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Landesrechnungshof: Schwimmbadkarten sind zu günstig

Gerade bei warmem Wetter lockt ein Besuch im Freibad. Der Landesrechnungshof rät, die Eintrittspreise kritisch zu überprüfen (Foto: archiv)
(os). Angesichts des hohen Zuschussbedarfs von Hallen- und Freibädern hat der Landesrechnungshof den Kommunen dazu geraten, die Eintrittspreise für Saison- und Jahreskarten kritisch zu hinterfrage. Es bestehe das Risiko eines unverhältnismäßig hohen Preisnachlasses pro Besuch, stellt der Landesrechnungshof in seinem "Kommunalbericht 2014" fest.
Der Zuschussbedarf betrage nach einer Stichprobe zwischen 203.000 und 837.000 Euro pro Jahr. Je größer das Bad sei und je länger es geöffnet habe, desto mehr müssten die Kommunen zuschießen. Insbesondere Bäder mit geringem regulären Eintrittsgeld sollten prüfen, inwieweit Ermäßigungen angebracht seien, rät der Landesrechnungshof. Eine stichprobenartige Untersuchung habe ergeben, dass die Ermäßigungen bei den Kommunen zu Ertragsminderungen zwischen 20 und 54 Prozent führen. Nur zwischen 18 und 75 Prozent der Betriebskosten würden durch Eintrittsgelder gedeckt. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2010 lagen die Einnahmen aller kommunaler Schwimmbäder in Niedersachsen bei 18 Millionen Euro, die Ausgaben bei 43 Millionen Euro.
Zudem gehe die Besucherzahl zurück, so der Landesrechnungshof. Im Schnitt seien 2013 rund 19 Prozent weniger Gäste gekommen.
Hat der Landesrechnungshof Recht mit seiner Mahnung? Das WOCHENBLATT hat bei Stadtwerken in der Region nachgefragt:
Dr. Christian Kuhse, Geschäftsführer der Stadtwerke Buchholz: "Als kommunale Unternehmensgruppe sind wir nicht nur gewinnorientiert, sondern tragen Verantwortung für die Infrastruktur unserer Stadt. Vor diesem Hintergrund subventionieren wir u.a. den Badbetrieb. Ebenso wie in anderen Kommunen kann unser Bad nicht allein durch Eintrittsgelder finanziert werden. Dabei überprüfen wir regelmäßig die Angemessenheit der Eintrittsgelder sowie unserer Subventionen."
Stefan Babis, Prokurist der Stadtwerke Buxtehude: "Den Trend des Besucherrückganges kann ich für uns nicht bestätigen. Im Gegenteil: Wir hatten zuletzt mehr Gäste, weil wir unsere Bäder attraktiver gemacht haben. Bei den Eintrittspreisen muss man als Wirtschaftsunternehmen differenziert schauen. Das machen wir und erhöhen regelmäßig, aber moderat unsere Preise. Zuletzt haben wir das im vergangenen Jahr gemacht."