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Lebhafte Diskussion der Bundestagskandidaten

Vor der Diskussion: (v. li.) die Schulleiter Holger Blenck (IGS) und Hans-Ludwig Hennig (AEG) sowie die Bundestagskandidaten Wolfgang Knobel, Roderick Pfreundschuh, Michael Grosse-Brömer, Svenja Stadler, Nadja Weippert und Joachim Kotteck

Buchholz: Politikfachschaften von AEG und IGS luden zu Podiumsveranstaltung ein

os. Buchholz. Soll es ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Bundesbürger geben? Wie erreicht man eine wirkliche Gleichberechtigung im Job? Wird Europa in der Flüchtlingspolitik immer mehr zu einer Festung? Das waren die drei Themenkomplexe bei einer Podiumsdiskussion, denen sich sechs der sieben Direktkandidaten im Landkreis Harburg für die Bundestagswahl am 24. September - Michael Grosse-Brömer (CDU), Wolfgang Knobel (FDP), Joachim Kottek (Linke), Roderik Pfreundschuh (AfD), Svenja Stadler (SPD) und Nadja Weippert (Bündnis 90/Grüne) - am Mittwoch im Buchholzer Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) stellten. Mehr als 300 Oberstufenschüler des AEG und der benachbarten IGS verfolgten die Diskussion, die von den Politikfachschaften der beiden Schulen sehr gut vorbereitet worden war.
Schon beim Grundeinkommen wurden die unterschiedlichen Positionen der Kandidaten deutlich. Grosse-Brömer („Eine soziale Hängematte halte ich für die falsche Grundeinstellung, das widerspricht dem Grundgedanken sozialer Marktwirtschaft“), Stadler („Das entwertet die Arbeit und sorgt nicht dafür, dass die Menschen glücklicher sind) und Pfreundschuh („Das wäre eine zu starke Belastung der Sozialsysteme“) lehnten es ab, während es Kotteck („Ich halte das Grundeinkommen für richtig, noch wichtiger wäre es, die Arbeit besser zu organisieren“) und Weippert („Ich kann mir einen bundesweiten Modellversuch vorstellen, wie es in Schleswig-Holstein angeschoben wurde“) befürworteten. Knobel schlug ein „Bürgergeld“ vor, in dem alle sozialen Leistungen gebündelt werden und das über die Finanzämter verwaltet werden solle. Auch bei den anderen Themenkomplexen wurde engagiert debattiert, nicht zuletzt aufgrund konkreter Nachfragen der Zuhörer. AfD-Mann Pfreundschuh hatte dabei einen schweren Stand bei der Diskussion über Flüchtlinge. Seine Ansichten und Zahlenspiele kamen bei vielen Schülern nicht gut an.
Besonders bei der Diskussion: Die Politiker durften ihrerseits Fragen an die Schüler stellen, die diese mit grünen Karten (ja) und roten Karten (nein) beantworteten. Besonders gut bei den (Berufs)Politikern kam an, dass sich eine große Mehrheit der Oberstufenschüler vorstellen kann, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren, auch wenn es dafür kaum Geld gibt.