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Lohnt sich Ratsarbeit doch?

Abschied von einer Dorfidylle: In Vaensen soll an der Dorfstraße ein kleines Baugebiet mit Einzel- und Zweifamilienhäusern entstehen
rs. Buchholz. Nach 17 Jahren im Buchholzer Stadtrat möchte der Vaenser Landwirt Hans-Heinrich (Hansi) Kröger (54) nun endlich das Bauland ausgewiesen bekommen, das er zur Jahrtausendwende schon sicher zu haben glaubte. Damals hatte sich der Christdemokrat bereits wieder ins Private zurückgezogen, da machten neue Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat alle seine Pläne zunichte.
Jetzt hat er es klüger angestellt: Seine Parteifreunde haben für den gesamten Buchholzer Ortsteil Vaensen die Aufstellung eines Bebauungsplanes beantragt. Und für die Weiden gegenüber Krögers Hof an der Vaenser Dorfstraße gleich konkrete Baulandwünsche angemeldet.
Diese Flächen standen bereits 2001 als Bauland im neuen Flächennutzungsplan der damaligen CDU/FDP-Ratsmehrheit. Kröger glaubte sich am Ziel, schied nach zehn Jahren aus dem Stadtrat aus. Doch 2001 gab es einen Machtwechsel im Rathaus, SPD und Grüne, unterstützt von den kleinen Parteien, gingen daran, überall dort Baulandausweisungen rückgängig zu machen, wo ihrer Überzeugung nach CDU und FDP nur Einzelinteressen oder - wie bei Kröger - Parteifreunde bedient hatten.
Die Planerwerkstatt in Hannover fertigte im Auftrag der Stadt ein Gutachten an, in dem es zu Vaensen wörtlich heißt: „Zum Schutz der Landwirtschaft und des Ortsbildes sollte hier keinerlei Baulandausweisung erfolgen.“ Hansi Kröger sah seine Felle davon schwimmen und ließ sich 2006 wieder in den Stadtrat wählen.
Offenbar mit Erfolg. Denn wenn sich am heutigen Mittwochabend der Planungsausschuss zur Beratung über den Bebauungsplan Vaensen trifft, wird es wohl vor allem um die ebenfalls zur Beratung stehende örtliche Bauvorschrift gehen, also darum, ob die Dächer der Häuser mit roten oder schwarzen Ziegeln gedeckt werden sollen und wie hoch der verputzte Anteil an einer Hauswand sein darf.
Es könnte gut sein, dass Hansi Krögers Wiesen und die seines Nachbarn Dennis Diercks so diese politische Hürde unbeschadet nehmnen können.
Einzig einige Skeptiker aus der rot-bunten Ratsmehrheit und die Fachleute im städtischen Bauamt stehen noch im Wege. Dass der Landwirt, wie er selbst sagt, diese Flächen nicht mehr sinnvoll nutzen könne, sei kein Grund, daraus Bauland zu machen, steht in einer Ratsdrucksache. Er könne das Land ja verkaufen. Als Wiese.
• Planungsausschuss, 10.04., 18.30 Uhr, Rathauskantine