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Mangelhafte Beschilderung und zu kurze Ampelphasen: Chaos nach Sperrung der K13 in Buchholz

Diese Situation gab es in den vergangenen Tagen häufig: Autofahrer müssen vor der Absperrung wenden
 
Wer links Richtung Buchholz abbiegt, sitzt in der Falle
os. Dibbersen. Rückstaus bis zur Autobahn. Hunderte genervte Autofahrer, die ein unvorgesehenes Wendemanöver machen und an der Ampel lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Gewerbetreibende, die sich um den Fortbestand ihres Betriebes sorgen: Die Vollsperrung der Kreisstraße 13 zwischen den Buchholzer Stadtteilen Dibbersen und Vaensen sorgte in dieser Woche für reichlich Gesprächsstoff. Die Buchholzer Verkehrsbehörde und die Baufirma stehen wegen unzureichender Ausschilderungen und zu kurzer Ampelphasen in der Kritik.
Wie berichtet, wurde die wichtigste Buchholzer Eingangsstraße, die täglich von tausenden Autofahrern genutzt wird, am vergangenen Montag ohne Vorankündigung voll gesperrt. Grund sind Bauarbeiten im Zuge des Neubaus der Umgehungsstraße "B75 neu". Gewerbetreibende an der B75, in die die K13 mündet, erfuhren durch reinen Zufall von der Sperrung. Diese soll bis einschließlich 4. November dauern.
Auslöser des Verkehrschaos sind unzulängliche Umleitungsschilder und nicht angepasste Ampeln. Gerade für Auswärtige sind die Schilder unverständlich, vor allem weil unklar ist, auf welcher Straße sich die Autofahrer gerade befinden. Zudem wurde die Ampelphase an der Kreuzung B75/Nordring nicht der geänderten Verkehrssituation angepasst. Folge: Es kommen nur wenige Linksabbieger Richtung Buchholz durch. Der Geradeausverkehr wird blockiert und staute sich zeitweise bis Dibbersen zurück.
Die Gewerbetreibenden sehen die Entwicklung mit Sorge. Kaum jemand weiß, dass die Zufahrt zur Autowaschstraße "Car Wash" und zum McDonald's Schnellrestaurant weiter möglich ist. "Car Wash" soll in Kürze eine weitere, provisorische Zufahrt bekommen. Nach Gesprächen mit mehreren Vertretern der Landes-Straßenbaubehörde konnte Geschäftsführer Kai Burzlaff in letzter Sekunde erreichen, dass die Zufahrt asphaltiert wird. "Eine Sand- und Schotterpiste wäre für Kunden, die gerade ihr Fahrzeug gesäubert haben, sehr sinnig gewesen", so Burzlaff.
Man wolle schauen, ob man die Umleitungsschilder optimieren könne, verspricht Stadtsprecher Heinrich Helms. Zudem solle der Verkehr durch zwei zusätzliche Ampeln mit Radarsensoren besser fließen. Problem: In ganz Norddeutschland gebe es keine mobilen Verkehrsampeln. Die Baufirma wolle Ampeln aus Köln beschaffen, das dauere einige Tage. Man hoffe, dass sich der Verkehr beruhige und man dann vielleicht auf die Zusatzampeln verzichten könne, so Helms.

KOMMENTAR
Für die Bürger, nicht für Paragrafen

Die Umleitungsstrecken für die Vollsperrung der Kreisstraße 13 sind nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung erfolgt. Das entgegnete Matthias Krohn, Chef der Buchholzer Verkehrsbehörde, am Mittwoch im Planungsausschuss auf den Einwand des FDP-Politikers Arno Reglitzky, die Beschilderung sei mangelhaft und unverständlich. Die Aussage von Krohn zeigt exemplarisch, wie in den Behörden gearbeitet wird: Nicht die Bürger stehen im Mittelpunkt, sondern die Angst, gegen Gesetze zu verstoßen. Diese Paragrafen-Hörigkeit ist Gift für das Verhältnis Verwaltung-Bürger.
Zum wiederholten Male werden die Autofahrer in Buchholz in Geiselhaft genommen, weil die Vorplanung einer Vollsperrung mangelhaft war. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Pkw- und Lkw-Lenker reihenweise in der Sackgasse in Dibbersen landeten und die Ampeln an der Hauptkreuzung der Umleitungsstrecke nicht für die veränderte Verkehrssituation vorbereitet waren. Von den Gewerbetreibenden ganz zu schweigen, die von der Vollsperrung vor ihrer Haustür überrumpelt wurden. Die Devise im Rathaus und in den übergeordneten Baubehörden scheint zu sein: Wenn wir nur lange genug die Füße still halten und nichts tun, suchen sich die Autofahrer schon ihren Weg. Aber: Die Steuerzahler bezahlen die Mitarbeiter in den Rathäusern fürs Kümmern, nicht fürs Zurücklehnen und Nichtstun!
Laut Vertrag muss die Umleitungsstrecke von der ausführenden Baufirma ausgeschildert werden. Das entbindet die Verkehrsbehörden nicht von der Pflicht, das Ergebnis zu überprüfen und wenn nötig einzugreifen. Dem Bürger ist es vollkommen egal, welcher Teil einer so weitreichenden Verkehrsmaßnahme in wessen Zuständigkeitsbereich liegt. Wenn etwas offensichtlich mangelhaft ist, müssen die Verantwortlichen im Rathaus handeln. Paragrafen hin oder her. Oliver Sander