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Neubaugebiet mit 1.800 Wohnungen?

Die Skizze zeigt das riesige Gebiet zwischen Lüneburger Straße im Süden und Itzenbüttler Weg im Norden, für das die Verwaltung ein Konzept erstellen soll (Foto: Skizze: SPD / Repro: MSR)

SPD-Antrag: Buchholz soll Flächen östlich des Finanzamts entwickeln

os. Buchholz. Dass sich Buchholz irgendwann nach Osten ausdehnen wird, war schon immer klar. Bislang scheiterte diese Entwicklung stets an der ungeklärten Erschließung möglicher Baugebiete. Die SPD unternimmt jetzt einen neuen Vorstoß, die Flächen östlich des Finanzamts an der Bürgermeister-Adolf-Meyer-Straße für den Wohnungsbau zu nutzen: Die Sozialdemokraten haben beantragt, dass die Stadtverwaltung ein Konzept zur Schaffung von bezahlbarem und gefördertem Wohnraum vorlegt. Nach ersten Schätzungen könnten bis zu 1.800 Wohnungen in Mehrfamilien-, Reihen- und Einzelhäusern realisiert werden, erklärt SPD-Ratsherr Norbert Stein.
Die Flächen östlich des Finanzamts seien der einzige Bereich in Buchholz, der aufgrund seiner Lage und Größe für die Deckung des Bedarfs an Wohnungen geeignet sei, argumentieren die Sozialdemokraten. Nach Berechnungen der N-Bank benötigt die Nordheidestadt bis 2020 rund 830 neue Wohnungen.
Die Erschließung lasse sich schnell und kostengünstig umsetzen, so Stein. Vorhandene Verkehrsflächen am Langen Sal müssten dafür ausgebaut werden. Die Anbindung an übergeordnete Straßen wäre durch eine Verbindung über den Holzweg an den Nordring ohne Belastung der Innenstadt bei „sehr moderatem Flächenverbrauch“ zu realisieren. Ob dieser Bypass jetzt eine Mehrheit findet, wird die Diskussion weisen. Bislang wurde die von SPD und Grünen als Ostring-Alternative ins Spiel gebrachte Trasse von CDU und FDP abgelehnt.

KOMMENTAR

Lediglich neue Wohnungen zu fordern, reicht nicht aus

Dass Buchholz Neubaugebiete benötigt, steht außer Frage. Deshalb ist der SPD-Vorstoß für mich auch diskussionswürdig. Allerdings nur, wenn weitere essentielle Fragen in dem Konzept mitbedacht werden. Allein neue Wohnungen zu fordern, reicht nicht aus.
Bei der Erschließung eines neuen Stadtteils im Osten bleiben große Fragezeichen. Ich bezweifle, dass der von SPD und Grünen favorisierte Bypass die Bewohner aus der neuen Oststadt und die Pendler aus dem Buchholzer Süden aufnehmen könnte. Völlig ungeklärt ist zudem die Verkehrsbewältigung am Nadelöhr Canteleubrücke. Dieser Bereich ist schon heute überlastet, weiterer Verkehr wird dort durch das jüngst auf den Weg gebrachte Neubaugebiet auf dem ehemaligen Mercedes-Gelände an der Soltauer Straße entstehen.
Für eine mögliche Oststadt müsste auch das Schulkonzept überdacht werden. Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse lehnt schon jetzt Neubaugebiete, die schnell umgesetzt werden könnten wie in der Straße Brumhagen im Westen von Buchholz, mit dem Hinweis ab, dass die benachbarten Grundschulen an ihrer Kapazitätsgrenze sind. Die SPD wird beantworten müssen, wo die Kinder aus einem Stadtteil mit bis zu 1.800 Wohnungen betreut werden sollen. Ohne Antworten könnte der Vorstoß als Versuch, den Bypass durch die Hintertür durchzudrücken, gewertet werden. Oliver Sander