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Neue Gruppe im Buchholzer Stadtrat

Arbeiten wieder zusammen: Hans-Wilhelm Stehnken... (Foto: archiv / os)
 
... und Rainer Sekula von der AfD (Foto: archiv / AfD)

AfD und Ex-Mitglied Hans-Wilhelm Stehnken kooperieren / "Anderer Geist im Stadtverband"

os. Buchholz. Neues Bündnis im Buchholzer Stadtrat: Die AfD und ihr ehemaliges Parteimitglied Hans-Wilhelm Stehnken schließen sich zur Gruppe AfD-Fraktion/Stehnken zusammen. Die Gruppe besteht aus Stehnken sowie den AfD-Politikern Rainer Sekula und Michael Cordes.
Wie berichtet, war Spitzenkandidat Stehnken im Vorfeld der Kommunalwahl 2016 aus der AfD geworfen worden. Vorausgegangen war ein langer innerparteilicher Streit mit den führenden Mitgliedern des AfD-Kreisverbands, Hans-Jürgen Bletz und Jens Krause. Den Einzug in den Stadtrat schaffte Stehnken gleichwohl, seitdem ist er partei- und fraktionsloses Mitglied.
Ein Grund für den Zusammenschluss sei die Ankündigung der Landesregierung, die Fraktionsstärke für Parteien und Gruppen künftig auf drei zu erhöhen", erklärt AfD-Fraktionsvorsitzender Sekula. Darauf habe man schon jetzt reagieren wollen. Man sei weiter dabei, die aus dem Streit resultierenden Gräben zuzuschütten. "Irgendwann muss es auch mal gut sein", sagt Sekula. Er sei optimistisch, dass die Gruppe vernünftig miteinander arbeiten werde.
Für ihn als Einzelstreiter sei es schwierig gewesen, bei allen Themen auf dem Laufenden zu bleiben, erklärt Stehnken. Das sei ein ungünstiger Zustand. Den Streit vor der Kommunalwahl habe er hinter sich gelassen, zumal sich handelnde Personen zurückgezogen hätten. "Im AfD-Stadtverband gibt es einen anderen Geist", betont Stehnken. Deshalb sei es möglich, dass er wieder Mitglied der AfD werde. Er hält seine Arbeit für wichtig: "Der Rat ist sehr schwach und hat keine Ideen. Deshalb ist es wichtig, dass ich weitermache."
• Vor der Ratssitzung am kommenden Dienstag, 24. April, ab 19 Uhr in der Rathauskantine (Thema dort ist u.a. der Grundsatzbeschluss zum Projekt "Buchholz 2025plus" mit einer Vorzugsvariante für die Ostumfahrung und einem neuen Stadtteil im Osten) führt die neue Gruppe eine gemeinsame Fraktionsbesprechung durch. Diese ist ab 18 Uhr (Raum 27) öffentlich. Gäste sind willkommen.

AUF EIN WORT

Zwei Welten treffen aufeinander

Er habe den Streit hinter sich gelassen, erklärt Hans-Wilhelm Stehnken. Ich bin skeptisch, dass das so ist. Vielmehr halte ich es für unwahrscheinlich, dass das neue Bündnis dauerhaft Bestand haben wird. Politisch treffen in der Gruppe zwei Welten aufeinander.
Moment mal
Hier stehen Sekula und Cordes, die weitgehend durch konstruktive Sachpolitik auffallen. Dort Hans-Wilhelm Stehnken, der vor allem auf Provokation und Lautstärke setzt. Hier Sekula und Cordes, die sich nicht in den Vordergrund stellen. Dort der narzisstisch veranlagte Stehnken, der sich für den einzig fähigen Politiker im Stadtrat hält.
Zudem bezweifele ich, dass AfD und Stehnken ihren Streit von 2016 einfach vergessen können. Zu scharf war damals die Auseinandersetzung. Stehnken hatte damals von "Intrigen, Lügen, Manipulationen, Einschüchterungen und Bedrohungen" gegen ihn gesprochen, der AfD-Kreisvorstand konstatiert, dass "alle unsere umfangreichen Bemühungen, Herrn Stehnken in die demokratischen innerparteilichen Abläufe zu integrieren", ergebnislos verlaufen seien. Zudem schrieb die AfD von einer "losen Kanonenkugel an Deck" - zwar ohne Stehnkens Namen zu nennen, aber eindeutig an ihn gerichtet. Da kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, als wäre nichts geschehen. Oliver Sander