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Ostring: „Von alter Trasse lösen“

Die ursprüngliche Ostring-Trasse (rot) kann so nicht umgesetzt werden. Auch der Bypass (blau) als Alternative ist strittig (Foto: Grafik: MSR)

WOCHENBLATT fragte seine Leser: Wie soll es nach dem Aus für die Ursprungsvariante der Umgehungsstraße weitergehen?

os. Buchholz. Die Ankündigung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, die Berufung gegen das Aus des Planfeststellungsverfahrens für den Ostring als unbegründet zurückzuweisen, sorgte Anfang Dezember für erschrockene Gesichter bei den Befürwortern und Jubel bei den Gegnern. Aber wie soll es jetzt weitergehen? Dazu bat das WOCHENBLATT seine Leser um eine Stellungnahme. Hier eine Auswahl der Einsendungen.
• „Der neu gewählte Stadtrat wird, anders als seine Vorgänger von der rot-grün-bunten Mehrheit, die Vorgaben aus Brüssel zum Gesundheitsschutz der Bürger nicht mehr ignorieren können“, erklärt Kai Kuhlmann. Um z.B. Lärm und Feinstaub von den Bürgern fernzuhalten, sei eine Entlastungsstraße mehr als überfällig. Ohne diese würden die Anwohner der Mühlenwege und angrenzender Wohngebiete nach dem Neubau des Mühlentunnels Leidtragende einer verfehlten Verkehrs- und Infrastrukturpolitik. Das müsse verhindert werden.
• „Nicht die Planung oder gar der Ostring ist am Ende, sondern das erste Planfeststellungsverfahren“, erklärt WOCHENBLATT-Leser Johannes Strehle. Er plädiert für einen neuen Anlauf für den Ostring, dass die Planung gut begründet sei und die Gegenargumente in der Abwägung schwach seien.
• Den Ausbau des Reindorfer Wegs als Alternative bringt Rüdiger Schmidt aus Holm-Seppensen ins Spiel. Dieser sei aus seiner „zugegeben laienhaften Sicht“ kurz- bis mittelfristig machbar. Über den ausgebauten Weg könnten Autofahrer zur K83 (Buchholz-Lüllau-Jesteburg) gelangen und dann weiter zur Bendestorfer Straße. Von dort könne die als Bypass vorgeschlagene Strecke genutzt werden über den Holzweg, durch einen Tunnel unter der Bahnlinie Bremen-Hamburg bis zum Nord­ring. Man könne mit dieser Lösung Kosten sparen, da man weniger neue Straßen bauen muss. Zudem seien die Auswirkungen auf die Naherholungsgebiete geringer als bei der ursprünglichen Ostring-Planung.
• Die Ostringplanung ist schon lange keine politische Entscheidung mehr, sondern eine juristische, meint Wolfgang Reichert. Ostring-Befürworter von CDU und FDP hätten suggeriert, dass die Bürger Einfluss auf die Entscheidungen der Gerichte nehmen können, und die Wähler damit bewusst getäuscht.
• Für gemeinsame Anstrengungen von Politik, Verkehrsexperten und engagierten Buchholzer Bürgern spricht sich Kurt Bialowons aus. Diese sollten sich in einem Forum zusammentun und Ideen für einen „Ostring neu“ sammeln.
• „Es wird höchste Zeit, dass sich alle zusammenraufen und im Sinne von Buchholz eine Alternative finden, die im Konsens getragen wird“, betont Reinhard Kappelhoff (UWG). Einzelinteressen wie in der Vergangenheit müssten künftig zwingend zurückstehen. Kappelhoff rät, sich stärker mit den im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) aufgezeigten Straßenverläufen auseinanderzusetzen.
• Es sei jetzt an der Zeit, über eine deutliche Verkehrsreduzierung nachzudenken, erklärt Ingo Wolde vom BUND. Neue Straßen wie der Ostring zerstörten einzigartige Natur- und Erholungsräume. „Wie soll der Landkreis Harburg in 30 Jahren aussehen, wenn immer mehr Flächen versiegelt werden?“, fragt Wolde.
• „Ich kann dem Rat und dem Bürgermeister nur empfehlen, sich von der alten Trassenplanung zu lösen (das gilt auch für die Bypass-Alternative) und einen neuen Plan zur Entlastung der Innenstadt erarbeiten zu lassen“, erklärt der ehemalige Ratsvorsitzende Gisbert Saulich (SPD). Dabei sollten die neuesten Erkenntnisse der verkehrlichen Entwicklungen (Mobilitätskonzept) sowie der Bebauung im Osten (ISEK) Eingang finden.
Ob es den Politikern tatsächlich gelingt, den gordischen Knoten zu durchschlagen, werden die kommenden knapp fünf Jahre weisen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.