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"Preisträger" aus Hamburg: Architektenbüro Dohse baut Turnhalle in Holm-Seppensen

Diese Halle hat das Büro MRO in Brackel gebaut. In Holm-Seppensen kommt MRO-Konkurrent Dohse zum Zug (Foto: archiv)
os. Buchholz. Die Würfel sind gefallen: Das Architektenbüro Dohse aus Hamburg soll die neue Turnhalle an der Mühlenschule in Buchholz bauen. Eine Jury votierte am Mittwochabend mit 8:3 Stimmen für den Entwurf des Büros und gegen das Oldenburger Büro MRO. Dessen Konzept war von der Mehrheit der Sachverständigen sowie von Vertretern des SV Holm-Seppensen und der Mühlenschule präferiert worden. Offiziell wurde Dohse zum "Preisträger" ausgerufen, MRO landete auf Rang zwei.
Wie berichtet, hatte es im Vorfeld Kritik wegen des Verfahrens gegeben. Auf Betreiben der neuen Baudezernentin Doris Grondke wurde ein sogenanntes Gutachterverfahren durchgeführt, das von einem Hamburger Professor geleitet wurde. Die neue Halle soll die im Mai 2012 abgebrannte Sporthalle ersetzen. Für den Neubau stehen insgesamt 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Er soll im Frühjahr 2014 fertiggestellt sein.
Nach WOCHENBLATT-Informationen ging es auf der Jurysitzung hoch her. Während die Vertreter der Stadt und die beteiligten freien Architekten das Hauptaugenmerk auf die Architektur des Gebäudes legten, wollten die Praktiker vor allem über die Funktionalität der Turnhalle sprechen.
Die Sachverständigen - unter ihnen Rolf-Peter Kaufhold und Jürgen Steinhage aus der Stadtverwaltung sowie Vertreter des SV Holm-Seppensen und der Mühlenschule - sprachen sich deutlich für den Entwurf von MRO aus. Das Büro ist im Kreis bekannt und hat unter anderem die Sporthalle in Brackel errichtet. Als einziger der drei Kandidaten lag das Angebot von MRO unter 1,8 Millionen Euro. Die Jury - in ihr saßen sechs Ratsmitglieder verschiedener Fraktionen (die stärkste Fraktion CDU schickte übrigens keinen Vertreter!), Grondke, Bürgermeister Wilfried Geiger, Erster Stadtrat Jan-Hendrik Röhse und die beiden freien Architekten Günter Wilkens (Hamburg) und Prof. Kay Marlow (Hannover) - setzte sich über die Empfehlungen hinweg und setzte das Büro Dohse auf Platz eins. Die Empfehlung muss noch im Sportausschuss beraten und im Verwaltungsausschuss beschlossen werden.
Doris Grondke verteidigte noch einmal das Gutachterverfahren. Es sei richtig gewesen, dieses erstmals anzuwenden. Vielleicht habe man die Vorteile im Vorfeld deutlicher darstellen müssen, räumt die Dezernentin ein. Das Budget von 1,8 Millionen Euro müsse auf jeden Fall eingehalten werden, betont Grondke.
Deutliche Kritik äußert dagegen FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky. Das ganze Verfahren sei ein "Feigenblatt" gewesen. Das Ergebnis habe von vornherein festgestanden, Sachargumente hätten keine Rolle gespielt. "So etwas lasse ich nicht noch einmal mit mir machen", poltert Reglitzky.
Ein neues Projekt, das per Gutachterverfahren umgesetzt wird, gibt es laut Doris Grondke nicht.