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Quo vadis, Buchholzer Innenstadt?

Dieses Gebäude könnte an der Adolfstraße entstehen - wenn es der Eigentümer denn finanzieren kann und will (Foto: Stadt Buchholz / 3D-Visualisierung: chora blau Visualisierung + Grafik GbR)

Pläne für „Stadtumbau West“ und „Leitprojekt Innenstadtentwicklung“: Was setzt die Politik um?

os. Buchholz. Wenn das, was die Planer und Buchholz‘ scheidende Baudezernentin Doris Grondke am vergangenen Mittwoch im Stadtentwicklungsausschuss vorstellten, tatsächlich umgesetzt wird, dann verändert die Nordheidestadt im Innenstadtbereich in den kommenden Jahren - oder eher Jahrzehnten? - komplett ihr Gesicht. Möglich werden könnte das durch das „Leitprojekt Innenentwicklung“ und den Stadtumbau West.
Das dreijährige Projekt „Leitprojekt Innenstadtentwicklung“, das von der Metropolregion Hamburg mit 85.000 Euro gefördert wurde - die Stadt trug 16.000 Euro, steht kurz vor dem Abschluss. 127 Flächen in der Innenstadt wurden identifiziert, die zum Teil deutlich stärker als bisher genutzt werden könnten. Beispiel: Der Eigentümer des Eckgrundstücks an der Breiten Straße/Ecke Adolfstraße, in dem im Erdgeschoss die Eisdiele Venezia untergebracht ist, könnte dort ein neues Haus errichten, in dem anstatt wie bisher zwei Wohnungen elf Wohnungen Platz finden. „Wir sind aber immer abhängig von den privaten Eigentümern“, erklärte Baudezernentin Grondke. Will heißen: Wenn der Eigentümer nicht (um)bauen kann oder will, nützen die schönsten Zeichnungen aus dem Leitprojekt nichts. Als eine der wichtigsten Baumaßnahmen wertet Rolf-Peter Kaufhold aus der Bauabteilung den Bau eines Kreisels an Buchholz‘ Hauptkreuzung Hamburger Straße/Bendestorfer Straße/Schützenstraße. Dort werde man aus der Verwaltung für 2018 Haushaltsmittel einwerben. Nicht etwa bereits für einen Bau, sondern erstmal nur für die Planungen. Die sehen an drei von vier Eckgrundstücken mehrgeschossige Wohn- und Gewerbebauten vor - wenn die Eigentümer denn wollen.
Viele mögliche Planungen bekamen die Ausschussmitglieder auch beim Stadtumbau West zu sehen. Wie berichtet, wurde die Stadt Buchholz in ein mehrjähriges Förderprogramm von Bund und Land zur Umgestaltung des kompletten Bahnhofsumfeldes aufgenommen. Benjamin Wille von der Berliner Stadtplanungsfirma Machleidt GmbH nannte als erste Priorität die „Südtangente“. Diese soll direkt entlang der Bahnlinie Bremen-Hamburg führen und als Entlastungsstraße für die Neue Straße und die Bremer Straße dienen. Geplant ist, die Südtangente von der Lindenstraße entlang des Park- und Geschäftshauses Kabenhof zu führen, dann entlang der Bahnlinie bis zum Plaza-Baumarkt und dort hoch zur Bremer Straße. Neben der Südtangente soll eine Fahrradschnellstraße entstehen, zudem soll der Zentrale Omnibusbahnhof von der Lindenstraße dorthin verlegt werden. Die Stadtbusse des Buchholz Bus sollen weiterhin am Treffpunkt (Adolfstraße) halten. Die 689 Parkplätze, die an der Bahn durch die Südtangente entfallen, sollen durch den Neubau eines Parkhauses auf der Nordseite der Bahn sowie die Erweiterung des bestehenden Parkhauses auf der Südseite kompensiert werden.
Weiterhin angestrebt werden u.a. der Umbau des Kinovorplatzes an der Bremer Straße, verschiedene Flächen für Büros und Seniorenwohnen in der Nähe des Lokschuppens auf der Südseite der Bahn. Welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, muss die Politik entscheiden. Kein leichtes Unterfangen in Zeiten knapper Kassen, in der die Schulden von Buchholz in den kommenden fünf Jahren durch den Bau des Mühlentunnels und der Erweiterung der Waldschule sowieso schon um knapp zehn Millionen Euro auf rd. 60 Millionen Euro steigen...