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Rolle rückwärts im Kultusministerium: Quereinsteigerin kann nicht Lehrerin werden

Kommt nicht als Quereinsteigerin in den Lehrerberuf: Sabine Greve
os. Buchholz. "Für mich ist ein ganz großer Traum zerplatzt", sagt Sabine Greve (41). Die Diplom-Wirtschaftsinformatikerin hatte gehofft, als Quereinsteigerin in den Lehrerberuf zu kommen. Drei Schulen im Landkreis Harburg hatten sie zu einer Bewerbung ermutigt. Jetzt schob das Landes-Kultusministerium Greves Plänen einen Riegel vor: Sie sei nicht mehr bewerbungsfähig, weil sie "nur" einen Fachhochschul-Abschluss (FH) hat. Vorschlag des Ministeriums: Sabine Greve könne ein normales Lehramtsstudium absolvieren. Dauer: mindestens sechseinhalb Jahre plus Referendariat. "Das kommt für mich nicht infrage", sagt Greve.
Der Bedarf nach Lehrkräften ist derzeit groß. Nicht alle ausgeschriebenen Stellen können adäquat besetzt werden, berichten Schulleiter. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin erlebte Sabine Greve Unterrichtsausfall, unzufriedene Schüler und Eltern. Gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathe und Physik ist der Mangel besonders groß. Just dort also, wo Sabine Greve ihre Stärken hat.
Noch vor zwei Jahren attestierte ihr das Kultusministerium, dass sie als Quereinsteigerin für die Fächerkombination Wirtschaft, Informatik und Mathematik infrage kommt. Greve hospitierte u.a. an der IGS in Buchholz und an der Oberschule in Jesteburg, wähnte sich auf einem guten Weg. Jetzt der Schock: Nach dem Regierungswechsel in Hannover mischt das Kultusministerium alle Karten neu, alte Regelungen gelten nicht mehr. "Mir wurde gesagt, dass FH-Absolventen nicht mehr als Quereinsteiger angenommen werden", berichtet Greve. Diesen Missstand anzuprangern, sei ihr ein großes Anliegen.
Sabine Greve will nach dem Rückschlag weiter in ihrem Hauptberuf in einer Unternehmensberatung arbeiten, sich aber parallel ehrenamtlich in Schulen engagieren. "Ich möchte dort die Kinder in der tollen Welt des Lernens und Erlernens durch Wissensvermittlung mitreißen", sagt sie. Vielleicht besinnen sich die Bürokraten in Hannover ja noch.