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Rosige Zukunft - triste Gegenwart

Stellten ihr Konzept "Green Box" für die Schützenhalle vor: die Master-Studentinnen Esther Gajdacz (li.) und Nele Dörschner

Studenten entwickeln Konzepte für neue Nutzung der Schützenhalle, während Vereine jetzt um ihre Angebot bangen

os. Buchholz. Aus der 47 Jahre alten Buchholzer Schützenhalle lässt sich baulich eine Menge machen. Das erfuhren jüngst die Mitglieder des Buchholzer Planungsausschusses, als ihnen mehrere Projekte von Bremer Master-Studenten vorgestellt wurden. Unter dem Motto "Raum XL" konnten die Studenten von Professorin Maria Clarke ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Den Kontakt hatte Buchholz' Baudezernentin Doris Grondke hergestellt.
Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Esther Gajdacz und Nele Dörschner hatten unter dem Motto "Green Box" ein Konzept erstellt, die Schützenhalle in einem Boxen-System als Sport-, Fest- und Konzerthalle zu nutzen. Die "Sportfabrik" setzte den Schwerpunkt der Halle auf die Sportnutzung. Allen Konzepten war gemein, dass sie den angrenzenden Stadtwald mehr als bisher integrieren wollen.
Soweit der Blick in die Zukunft. Die Gegenwart sieht nicht ganz so rosig aus. Nicht nur, weil die Stadt derzeit gar nicht vorhat, die Schützenhalle neu zu bauen, wie Baudezernentin Grondke einräumt. Verschiedene Buchholzer Sportvereine sind in großer Sorge, dass sie ihr Angebot nicht wie bisher aufrecht erhalten können. Denn: Ab dem 9. November muss die Schützenhalle an der Richard-Schmidt-Straße freigehalten werden. Grund: Die Stadt Buchholz hat das Gebäude dem Landkreis Harburg als potenziellen Standort zur Aufnahme von Flüchtlingen genannt. Konkret geplant ist die Belegung der Schützenhalle nicht, als Bedarfsfläche kann sie aber jederzeit genutzt werden. Die Vorlaufzeit für die Vereine beträgt nur 14 Tage.
Das führt dazu, dass z.B. der TSV Sprötze neu planen muss. Er nutzt die Schützenhalle dienstags und donnerstags für mehr als 40 Kinder zum Skaten. "Dass wir helfen müssen bei der Aufnahme von Flüchtlingen, ist überhaupt keine Frage", betont TSV-Vorsitzender Ronald Bohn. Allerdings dürften Landkreis und Stadt nicht vergessen, auch die Sportvereine zu unterstützen. "Das vermisse ich derzeit. Wenn wir alle zusammenrücken sollen, darf man uns Sportvereine nicht vergessen", so Bohn. Für Flüchtlinge würde immer nach Kompromissen gesucht, Sportvereine mit ihren Problemen aber allein gelassen.
Bohn sucht jetzt nach anderen Trainingsmöglichkeiten für seine Skater. "Jede Halle, die für Kindersport geeignet ist, ist willkommen", sagt er. Bohn versichert, dass durch moderne Technik die Inline-Skates keine Spuren auf dem Hallenboden hinterlassen. Er setzt seine Hoffnung auch auf Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, der ihm versprochen habe, nach Kapazitäten in städtischen Hallen, etwa in Grundschulen, zu suchen.