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Rütgersfläche: X-ter Anlauf für eine Entwicklung

Blick vom P+R-Parkhaus Süd: Was wird aus der Rütgersfläche?
os. Buchholz. Seit Stilllegung des Imprägnierwerkes im Jahr 1986 liegt die zentrale Rütgersfläche im Herzen der Stadt Buchholz brach. Fast genauso lange wird über eine potenzielle Wohnbebauung auf den beiden, zusammen rund 16 Hektar großen Flächen zwischen Rütgersstraße und Heidekamp debattiert. Jetzt gibt es den x-ten Anlauf aus der Politik, das Thema voranzutreiben. Die AfD-Ratsfraktion beantragt, dass Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse mit dem Grundstückseigentümer Verhandlungen über einen detaillierten Ablaufplan für die Sanierung der Rütgersfläche führt. Die Sanierung solle noch in dieser Ratsperiode umgesetzt werden, erklärt AfD-Fraktionssprecher Rainer Sekula. Der Verkauf des Baulandes würde die Finanzlage der Stadt Buchholz „dramatisch verbessern“.
Wie berichtet, gab es in den vergangenen Jahrzehnten diverse Anläufe, die Rütgersfläche in unmittelbarer Nähe zum Buchholzer Bahnhof zu entwickeln. Das größte Hindernis war bisher ein besonders stark kontaminiertes, rund zwei Hektar großes Kerngebiet auf der Fläche. Dieses kann auch nach einer möglichen Entwicklung nicht bebaut werden und soll im Besitz des Eigentümers verbleiben.
Im Februar 2015 hatte Thomas Nalenz, Geschäftsführer des Grundstückseigentümers Rütgers GmbH, der Politik zuletzt einen Fahrplan präsentiert. Machbarkeitsstudie, Abstimmung mit dem Landkreis Harburg, Absprache möglicher Entwicklungskonzepte mit der Stadt Buchholz, Erstellung eines Sanierungsplanes, Eröffnung des behördlichen Verfahrens, Sanierungsvertrag, Aufstellung eines Bebauungsplans - all das sollte bis Anfang 2017 abgeschlossen sein. Tatsächlich sind Politik, Bauverwaltung und Grundstückseigentümer noch lange nicht so weit.
Wie ist der Stand der Dinge? Das WOCHENBLATT fragte bei Baudezernentin Doris Grondke nach. „Wir sind in der Abstimmung über den Sanierungsplan ein ganzes Stück vorangekommen. Dieser liegt zur finalen Abstimmung beim Landkreis Harburg“, erklärte Grondke. Die Stadt werde genau darauf achten, dass die kontaminierten Flächenteile nach dem aktuellen Stand der Technik entsorgt werden. „Das ist ein hochsensibles Thema“, sagte die Baudezernentin. Das weitere Vorgehen werde die Stadt eng mit der Politik abstimmen. Klar sei, dass in Buchholz Bauland benötigt werde. Klar sei aber auch, dass die Entwicklung der Rütgersfläche nicht ohne die Lösung des Verkehrsproblems erfolgen könne, betonte Grondke.

KOMMENTAR

Erst ein Leitplan, dann die Bebauung

Seit Langem wird über eine mögliche Bebauung der Rütgersfläche debattiert. 1.000 Wohneinheiten waren in der Diskussion, dazu Gewerbe- und Büroflächen. Bevor über den jetzigen AfD-Antrag beraten wird, müssen Stadtrat und Verwaltung meiner Meinung nach eine Grundsatzentscheidung treffen, die längst überfällig ist: Soll Buchholz überhaupt wachsen?
Zuletzt mahnte die Buchholzer Liste einen Leitplan bis 2030 an. Zu Recht, wie ich finde. Wenn die Lokalpolitiker nämlich zu dem Schluss kommen, dass Buchholz nur moderat wachsen soll, braucht man keine Energie in die komplizierte Dekontaminierung der Rütgersfläche und den gigantischen Bodenaustausch zu stecken.
Von einem Leitplan hängt auch ab, welche Maßnahmen zur Lösung des Verkehrsproblems Buchholz benötigt. Wenn der Rat zum Schluss kommt, Buchholz solle wachsen und die Rütgersfläche solle zu Bauland entwickelt werden, muss zwangsläufig ein tragfähiges Verkehrskonzept erstellt werden. Jedem ist klar, dass der Verkehr von möglicherweise 1.000 zusätzlichen Wohneinheiten nicht über die Canteleubrücke und den neuen Mühlentunnel, zumal dieser erst 2023 fertiggestellt wird, abfließen kann. Oliver Sander