Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Schadenersatz: Entscheidung im Millionen-Prozess?

Stein des Anstoßes: Auf diesem Grundstück an der Bahnhofstraße wollte Investor Karlheinz Gremke ein Pflegeheim bauen
os. Buchholz. In der jüngsten Sitzung des Buchholzer Stadtrates hat Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse 2015 als das "Jahr der Entscheidung" ausgerufen. Er meinte primär die Klarheit über das weitere Vorgehen beim Bau der Umgehungsstraße Ostring. Auch in einem anderen Verfahren soll es zu einer Entscheidung kommen, und die könnte teuer für die Stadt Buchholz werden. Es geht um die Klage des Investors Karlheinz Gremke (Secura Bauregie), der 6,6 Millionen Euro Schadenersatz von der Stadt haben möchte.
Hintergrund: Gremke war im Boot, als dort, wo heute das Einkaufszentrum "Buchholz-Galerie" steht, ein Neubau mit Geschäften, Büros, Praxen und einer Seniorenwohnanlage geplant war. Zusätzlich wollte Gremke auf seinem Grundstück an der Bahnhofstraße, dort stand früher die Diskothek "Number 1", ein Pflegeheim bauen. Die Stadt verweigerte die Baugenehmigung mit Hinweis auf eine Empfehlung der Heimaufsicht des Landkreises Harburg, die ein Pflegeheim an der geplanten Stelle für ungeeignet hielt. Gegen die Entscheidung klagte Gremke und bekam durch alle Instanzen - bis zum Bundesverwaltungsgericht - Recht.
Nach dem ersten Erfolg vor Gericht initiierte Gremke eine zweite Klage, dieses Mal geht es vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg um den anfangs genannten Schadenersatz. In der ersten Instanz gewann die Stadt Buchholz, seit mehr als zwei Jahren liegt der Fall beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg. "Derzeit werden von den Anwälten verschiedene Gutachten verfasst", sagt Heinrich Helms, Pressesprecher der Stadt Buchholz. Für Gremke geht es darum zu beweisen, dass das Bauvorhaben am Peets Hoff auch wegen der verweigerten Genehmigung für das Pflegeheim gescheitert ist.
Die Bahnhofstraße wird in den kommenden Jahren unabhängig von Gremkes Grundstück neu entwickelt. Wie berichtet, will das Unternehmen "Terra Real Estate" bis Ende 2017/Anfang 2018 den ganzen Straßenzug in Bahnhofsnähe unter dem Projektnamen "Bahnhofsinsel" völlig neu entwickeln. U.a. ist der Bau eines 80-Zimmer-Hotels geplant.