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"Schwierige Bodenbedingungen"

Federführend in der Planung des Mühlentunnels: Jürgen Steinhage (Foto: Helms)

Interview mit Jürgen Steinhage zu den Kosten des Mühlentunnel-Neubaus

os. Buchholz. Die Kritiker des Mühlentunnel-Neubaus fühlen sich bestätigt: Die Kosten sollen bis zu 16,5 Millionen Euro betragen (das WOCHENBLATT berichtete). Im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander erläutert Jürgen Steinhage, Leiter des Bereichs Betriebe bei der Buchholzer Stadtverwaltung, die Planung des Mühlentunnel-Neubaus.
WOCHENBLATT: Lange Zeit wurden als Baukosten für den Mühlentunnel rund zehn Millionen Euro genannt. Nun ist von bis zu 16,5 Millionen Euro die Rede. Wie kommt es zu dieser Kostensteigerung?
Jürgen Steinhage: Die Kostenschätzungen zum Zeitpunkt der Ausschreibung der Planungsleistungen in 2013 lagen bei zirka zwölf Millionen Euro. Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine genauen Kenntnisse über die Beschaffenheit des Baugrundes. Darüber hinaus sah die ursprüngliche Planung eine andere Trasse vor, die heute nicht mehr zur Verfügung steht. Durch die damit verbundene Verlagerung des Steinbaches und die daraus resultierende größere Länge sowie die geänderte Nutzungsbreite der Verkehrsfläche kommt es zu Kostensteigerungen.
WOCHENBLATT: Was macht den Bau so teuer?
Steinhage: Die Auswertung der Bodenverhältnisse unterhalb der Gleise haben zu neuen Erkenntnissen bei der Ermittlung des Bauverfahrens geführt. Durch die vorher nicht bekannten schwierigen Bedingungen bei der Beschaffenheit des Bodens im Bahndamm ist ein aufwendiges Verfahren erforderlich. Durch die jetzt erst mögliche Anpassung der Planung an dieses Bauverfahren kommt es auch hier zu Kostensteigerungen. Darüber hinaus sind die Baupreise im Zeitraum von der Kostenschätzung bis heute gestiegen. Zusammen genommen führt dies dazu, dass die Kosten zurzeit um etwa 4,5 Millionen Euro höher geschätzt werden.
WOCHENBLATT: Wie hoch ist die maximale Förderung durch die Landes-Straßenbaubehörde? Wie viel Geld wird Buchholz in den Mühlentunnel investieren müssen?
Steinhage: Die Förderung der Maßnahme durch das niedersächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr beträgt 60 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Wir sind derzeit in der Phase der Entwurfsplanung, die bis Ende des Jahres stehen soll. Die Entwürfe können deshalb noch nicht mit der Deutschen Bahn und dem Landesamt abgestimmt werden. Aus diesem Grund können wir die Höhe der zuschussfähigen Kosten noch nicht beziffern und also noch nicht konkret sagen, wie viel Geld die Stadt letztlich in den Mühlentunnel investieren muss. Es wird aber mit Sicherheit ein mehrstelliger Millionen-Euro-Betrag sein.
WOCHENBLATT: Ist während der Bauphase mit noch höheren Baukosten zu rechnen?
Steinhage: Die oben genannten Zahlen beruhen auf aktuellen Kostenschätzungen. Da der Bau der gesamten Anlage - Verlegung der Steinbaches, Ingenieurbauwerk Tunnel und Anbindung des vorhandenen Straßennetzes an die geänderte Verkehrsführung - voraussichtlich erst in den Jahren 2016 bis 2019 erfolgen wird, ist eine seriöse Prognose der Kostenentwicklung derzeit nicht möglich.
WOCHENBLATT: Herr Steinhage, vielen Dank für das Gespräch.