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Steigerung um fast 400 Prozent: Buchholzer Rat beschließt neue Friedhofsgebührensatzung

Auch auf dem städtischen Friedhof in Sprötze werden die Gebühren deutlich angehoben
os. Buchholz. Kräftiger Schluck aus der Gebührenpulle: Der Buchholzer Stadtrat hat mit großer Mehrheit die neue Friedhofsgebührensatzung beschlossen. Die beiden UWG-Ratsherren votierten dagegen, Arne Ludwig (Piraten) enthielt sich. Die Kosten für ein Grab steigen mit einem Schlag um bis zu fast 400 Prozent.
Wie berichtet, wurde die Gebührensatzung in den vergangenen 17 Jahren nicht geändert. Folge: Die Kosten für die Pflege der drei städtischen Friedhöfe am Seppenser Mühlenweg, in Sprötze und Trelde wurden durch die Einnahmen nicht einmal ansatzweise gedeckt. Allein in den vergangenen drei Jahren lief ein Verlust von rund 580.000 Euro auf, der aus der Stadtkasse ausgeglichen wurde.
Ein Urnenreihengrab kostet anstatt 214,70 Euro künftig 835 Euro. Ein Erdwahlgrab schlägt mit 1.765 Euro zu Buche (bislang 805,20 Euro), ein Reihengrab in Rasenlage mit satten 2.815 Euro (bislang 1.418,80 Euro).
Politiker jeglicher Couleur kritisierten die Verwaltung, dass sie so lange auf die Neukalkulation der tatsächlichen Kosten verzichtete. "Wir müssen darauf achten, dass wir künftig alle paar Jahre diese Kalkulation machen", mahnte Ralf Becker (CDU) an. SPD-Fraktionschef Wolfgang Niesler forderte, für sämtliche Satzungen den Deckungsgrad festzulegen, der durch Gebühren erreicht werden soll. "Wir müssen verhindern, dass künftig wieder eine so drastische Erhöhung der Gebühren kommt", so Niesler. Peter Kröger (UWG) nannte die Anhebung "nicht sozial".
Zu einer Ablehnung der kräftigen Erhöhung rang sich der Rat nicht durch. Sie sei angemessen, weil man so die Nutzer der Friedhöfe stärker an den anfallenden Kosten beteilige.
Bei den Zuhörern kam das Votum der Politik nicht gut an. "Mit einem Federstrich wurden hier mal eben die Gebühren um 400 Prozent angehoben. Der Rat hat jedes Maß verloren", kritisierte ein Bürger. Und eine Frau aus Sprötze sagte: "Ich hatte mich auf eine Grabstelle auf dem Friedhof meines Heimatortes eingestellt. Die kann ich mir jetzt nicht mehr leisten! Ich werde mich im Friedwald beerdigen lassen!"