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Suche nach der Ursache

Bisher standen die Bienenstöcke von Hobbyimker Marco Warstat - dessen Bienen die Frau nicht attackierten - in seinem Garten. Jetzt musste er sie umstellen (Foto: Warstat)

Große Leser-Resonanz nach Bienenattacke / Hobbyimker muss seine Bienen umsetzen

(os). Überwaltigend war die Resonanz auf den WOCHENBLATT-Artikel „Mehr als 100 Bienenstiche“ über die überraschende Attacke eines Bienenschwarms auf die junge Mutter Julia K.* und ihre Tochter in Buchholz. Zahlreiche Leser und Imker meldeten sich, um ihre Meinung zu dem Vorfall kundzutun und sich an der Suche nach der Ursache zu beteiligen.
Wie berichtet, war Julia K. aus heiterem Himmel von Dutzenden Bienen angegriffen worden und hatte dabei mehr als 100 Stiche abbekommen, sodass sie zwei Tage auf der Intensivstation des Buchholzer Krankenhauses verbringen musste. Die 21 Monate alte Tochter wurde zehn Mal gestochen. Imker können sich den Vorfall bis heute nicht erklären, da Bienen ohne massive Fremdeinwirkung eigentlich keine Menschen angreifen.
Nach dem Vorfall suchte Marco Warstat, ein Hobbyimker aus der Nachbarschaft von Julia K., das Gespräch mit der jungen Mutter. „Nach Abwägung aller Tatsachen sind wir gemeinsam zu der Erkenntnis gekommen, dass die junge Familie vermutlich von einem gerade ausziehenden Bienenschwarm überrascht wurde“, erklärt Marco Warstat. Zudem könne eine der ersten Bienen, die sich in den langen Haaren von Julia K. verhedderten, die ausziehende Bienenkönigin gewesen sein. „Das ist der Worst Case, denn von nun an verfolgte der Bienenschwarm die Mutter, die verständlicherweise in Panik geriet“, so der Hobbyimker.
Nachbar Marco Warstat bot Julia K. an, seine Bienenstöcke mit ihrer Tochter zu besuchen, damit die Kleine keine dauerhafte Apiophobie (Angst vor Bienen) entwickelt. „Das ist ein supernettes Angebot, das ich gerne annehme“, erklärt Julia K. dem WOCHENBLATT. Ihre Tochter reagiere seit der Attacke panisch auf alle Flügeltiere, egal ob Bienen oder Fliegen.
Auch wenn es nicht seine Insekten waren, die Julia K. attackierten, musste Marco Warstat seine Bienen, die seit rund zwei Jahren in Bienenstöcken in seinem Garten untergebracht waren, umstellen. Grund: Offenbar hatten sich Nachbarn nach dem WOCHENBLATT-Artikel bei der Stadtverwaltung gemeldet und ihre Befürchtung geäußert, sie könnten von Warstats Bienen attackiert werden. Den Hobbyimker ärgert die Verwaltungsgebühr in Höhe von rund 200 Euro, die ihm von der Buchholzer Stadtverwaltung aufgebürdet wurde, weil durch Warstats Bienen ein Verwaltungsvorgang ausgelöst wurde. Er appelliert an Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, die Gebühr zu erlassen. Grund: Die Bienen leisteten einen wichtigen Beitrag in der Natur u.a. als Bestäuber im Obst- und Gemüseanbau, ohne das Engagement von Berufs- und Hobbyimkern würden Bienen und damit die gesamte Natur leiden.
* Name v. d. Redaktion geändert

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