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Tierschutzverein-Chef Schekerka: "Destruktive Menschen sind generell eine große Gefahr für Vereine"

Seit fünf Jahren im Amt: Rolf Schekerka, Vorsitzender des Tierschutzvereins Buchholz (Foto: oh)
(os). Gerade war es etwas ruhiger um den Tierschutzverein in Winsen geworden, da platzte die Bombe: In der vergangenen Woche stellte der Verein beim Gericht in Lüneburg einen Insolvenzantrag.
Wie man einen angeschlagenen Klub aus der Krise führen kann, bewies Rolf Schekerka beim Tierschutzverein Buchholz. WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander sprach mit dem Vorsitzenden, der seit fünf Jahren im Amt ist.
WOCHENBLATT: Als Sie Vorsitzender des Tierschutzvereins wurden, lag der Verein nach langen Querelen am Boden. Was haben Sie getan, um Ruhe in den Tierschutzverein und damit auch das Tierheim zu bringen?
Rolf Schekerka: Ich habe mich umgehend von Mitgliedern und Menschen getrennt, die dem Verein geschadet haben und so eine erfolgreiche Zusammenarbeit unmöglich gemacht hätten. Destruktive Menschen sind generell eine große Gefahr für Vereine. Mit einem nun konstruktiv eingestellten Team wurden Ziele, Visionen, Vereinstransparenz und neue Verhaltensregeln festgelegt. Dann hieß es: arbeiten, arbeiten, arbeiten, Team, Menschen, Öffentlichkeit begeistern und mitnehmen.
WOCHENBLATT: Das Wort "Netzwerk" hat für Sie einen hohen Stellenwert. Warum ist ein Netzwerk so wichtig für ein Tierheim?
Rolf Schekerka: Jeder Mensch ist an Dingen interessierter, an denen er aktiv Anteil hat. Unser Slogan „Tierheim Buchholz – Treffpunkt für Jung, Alt, Tiere und Wirtschaft“ beschreibt unser Netzwerk. So verknüpfen sich Private genauso wie Firmen miteinander und können etwas für das Tierheim und für sich tun. Wir bieten die Plattform dazu, damit allen Beteiligten Vorteile entstehen und gleichzeitig das Tierheim im täglichen Leben aller präsent ist. Ohne das Handeln einsatzbereiter Menschen ist nichts möglich. „Nehmen und geben“ – es sollte immer ein Ausgleich geschaffen werden. Viele Mitstreiter und auch ich haben einen Vorteil aus diesem Netzwerk, indem wir bei der Suche nach Firmen unsere Förderer bevorzugen, weil sie vertraut und zuverlässig sind.
WOCHENBLATT: Sie haben immer gesagt, dass ein Tierheim wie ein Unternehmen geführt werden muss. Worin äußert sich das?
Rolf Schekerka: Ein Tierheim hat Kosten wie jeder Betrieb: Personal, Energie, Abfallentsorgung, Telefon, Auto, Versorgungsgüter wie Futter, Katzenstreu (ca. 10 t/Jahr) u.v.m. Hinzu kommen Tierarztkosten von jährlich ca. 30.000 Euro, die notwendig sind, um notleidenden Tieren zu helfen und gesunde Tiere zu vermitteln. Da Geld nicht auf den Bäumen wächst, erwarte ich von jedem tätigen Menschen im Tierheim Kostenbewusstsein. Nur so kann Geld in notwendige Investitionen fließen und die Zukunft gesichert werden.
WOCHENBLATT: Sie haben als eines der wenigen Tierheim weit und breit sieben Tage die Woche geöffnet. Ist das der Weg, um ein Tierheim in eine erfolgreiche Zukunft zu führen?
Rolf Schekerka: Ein Tierheim ist ein Dienstleistungsbetrieb für Tier und Mensch. Neben 24-Stunden-Service und 365 Tage im Jahr für Tiere haben wir aber auch die Aufgabe, für unsere tierischen Gäste eine neue Heimat zu finden. Da ist es nur logisch, dass wir unseren menschlichen Gästen ein großes Zeitfenster für Besuch und zum Kennlernen des Tierheims und seiner Gäste ermöglichen. Mittlerweile haben wir durch unsere vielen attraktiven Veranstaltungen, über unsere Internetseite und über unseren ungewöhnlichen Service Gäste aus den Landkreisen Stade/Buxtehude, Heidekreis, Lüneburg und Hamburg. Mehrere tausend Besucher ermöglichen es uns, Menschen mit gesunden und tollen Tieren glücklich zu machen. Ich freue mich sehr über die enorme Unterstützung von vielen privaten Helfern und Firmen. Ganz besonders bin ich dankbar und stolz über/auf unsere vielen ehrenamtlichen Mitstreiter und unser hervorragendes und ehrgeiziges Tierheim-Team. Alle o.g. Punkte und noch vieles mehr tragen dazu bei, dass das Buchholzer Tierheim auf einem soliden Fundament steht.
WOCHENBLATT: Herr Schekerka, vielen Dank für das Gespräch.

Wie es mit dem Tierschutzverein in Winsen weitergeht, lesen Sie in unserer Print-Ausgabe am Mittwoch, 13. November.