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Turnhalle: Grondke verteidigt die Planungen

Baudezernentin: "Gutachterverfahren für Holm-Seppensen war richtig" / Rat gibt weitere 60.000 Euro frei / Nur FDP kritisiert die Planungen öffentlich

os/rs. Buchholz. Für den Bau der neuen Turnhalle in Holm-Seppensen stehen weitere 60.000 Euro zur Verfügung: Der Buchholzer Stadtrat votierte auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die überplanmäßige Ausgabe. Baudezernentin Doris Grondke hatte das Extra-Geld - 25.000 Euro wegen gestiegener Baukosten und 35.000 Euro für „Unvorgesehenes“ - eingeworben (das WOCHENBLATT berichtete). Die Baukosten für die Eineinhalbfeld-Halle summieren sich damit auf derzeit 2,257 Millionen Euro.
In Jesteburg, Heidenau und Wistedt sind in jüngster Vergangenheit jeweils für eine ähnliche Summe Zweifeldhallen errichtet worden - in halb so langer Bauzeit. Die Turnhalle in Holm-Seppensen war bereits im Mai 2012 abgebrannt.
Grondke nutzte das Forum Stadtrat, um die u.a. vom WOCHENBLATT kritisierte Planung der Halle zu verteidigen. Das erstmals angewandte Gutachterverfahren sei die beste Möglichkeit gewesen, das Verfahren gemeinschaftlich und transparent durchzuführen. Der Sieger­entwurf der Firma Dohse sei das beste Gesamtpaket gewesen. Die Planung habe erst im Februar 2013 beginnen können, da sich die Schadensregulierung mit der Versicherung lange hingezogen habe. Nach dem Abschluss des Gutachterverfahrens habe die Detailplanung begonnen.
Grondke verteidigte die Zusatzkosten. Ursprünglich hatte die Politik die Kosten auf 1,8 Millionen Euro gedeckelt. Erst nach der Auftragsvergabe sei über zusätzliche Toiletten und Umbauten im Foyer (+69.000 Euro) gesprochen worden, so Grondke. Hinzu seien eine neue Grundleitung für Abwasser (+89.000 Euro), „nicht absehbare Zusatzkosten bei den Planungen“ (+149.000 Euro) und bewegliche Sportgeräte (+90.000 Euro) gekommen.
Dass die Halle wie geplant im Oktober eingeweiht wird, wollte Grondke einem Vater in der Bürgerfragestunde nicht versprechen. Man sei kontinuierlich dabei, den Baufortschritt zu beschleunigen, behauptete Grondke.
Der Rat nahm die Zusatzkosten seltsam teilnahmslos zur Kenntnis. Einzig die FDP kritisierte Grondke für die Planung. „Bei diesem Projekt war das Gutachterverfahren falsch. Sie haben diesen sensiblen Punkt nicht richtig erkannt“, sagte FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky. Die Ausschreibung für den Neubau hätte im Dezember 2012 stattfinden können, betonte Reglitzky. Dann habe Grondke mit dem Gutachterverfahren die Planung verlangsamt. „Es war zudem ein Fehler, nicht schon im Gutachterverfahren die präzisen Regularien für die Turnhalle festzulegen“, kritisierte FDP-Ratsherr Jürgen Kempf. Befremden herrschte bei Besuchern der Ratssitzung über das Verhalten einiger CDU-Fraktionsmitglieder: Diese hüllten sich während der Ratssitzung in Schweigen und äußerten ihre Kritik an Grondke erst hinterher - außerhalb der Öffentlichkeit.
Bürgermeister Wilfried Geiger sprang seiner Baudezernentin demonstrativ zur Seite. „Ich stehe zu dem Gutachterverfahren“, sagte Geiger. Die Verzögerungen und Preissteigerungen Doris Grondke anzulasten, sei nicht fair. Geiger: „Lassen Sie uns Bilanz ziehen, wenn die Halle steht!“ Dann ist Geiger aber nicht mehr im Amt.
Aber natürlich hat er Recht. Denn als Bürgermeister hätte er seiner Baudezernentin in ihrer Einarbeitungszeit helfend und schützend zur Seite stehen müssen. Mit Sicherheit stünde dann die Turnhalle in Holm-Seppensen schon.