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Turnhallen-Neubau: Kardinalfehler führen zu Verzögerung / Sportdezernent steht Eltern Rede und Antwort

Im Kreuzverhör auf kleinen Stühlen: Sportdezernent Jan-Hendrik Röhse (hinten re.) stellte sich den Fragen des Schulelternrates
os. Holm-Seppensen. "Wir werden mit dem Architekten Klartext reden", versprach Jan-Hendrik Röhse. Nachdem bekannt geworden war, dass der Neubau der Turnhalle an der Mühlenschule nicht vor Dezember 2014 eingeweiht wird (das WOCHENBLATT berichtete), stellte sich der Buchholzer Sportdezernent tapfer den Fragen des Schulelternrates. Man werde alles tun, um den eingereichten Zeitplan des Architektenbüros Dohse, das im März den Zuschlag für den 1,8-Mio.-Euro-Bau erhalten hatte, zu straffen, sagte Röhse. Wie genau das geschehen soll, ließ er offen. Ein richtiges Druckmittel gegenüber Dohse hat die Stadt nicht.
Bei dem Treffen wurden die beiden Kardinalfehler der Stadt, die zur Verzögerung des Neubaus führen, sehr deutlich. So hatte die Firma MRO 2012, wenige Monate nach dem verheerenden Brand der alten Turnhalle, vier Entwürfe für eine neue Halle ausgefertigt. Der Ortsrat plädierte für eine Zweifeld-Halle, der Stadtrat entschied sich für eine Eineinhalb-Feld-Halle. Eine Lösung, mit der Schule und Sportverein Holm-Seppensen leben können. Nach der Haushaltssitzung im Dezember "hätte der Auftrag erteilt werden können", gibt Röhse zu. Die neue Baudezernentin Doris Grondke bestand aber auf einem Gutachterverfahren. Dieses dauerte bis März und brachte Dohse als Sieger hervor. MRO ging leer aus.
Der zweite Kardinalfehler: Dem Sieger des Gutachterverfahrens wurde kein Zeitraum vorgegeben, in der die Halle errichtet werden muss. Folge: Dohse nimmt sich alle Zeit der Welt. Acht Monate hat das Unternehmen allein für Vorplanungen eingerechnet, acht Wochen für die Baugenehmigung. "In dieser Zeit baue ich drei Einfamilienhäuser", ärgerte sich eine Mutter. Den anvisierten Baubeginn 2014 halten die Eltern der Mühlenschüler angesichts der vergangenen beiden Winter für "Augenwischerei".
Die Eltern wollen einen Vertreter von Dohse in den Sommerferien zu einem Gespräch einladen und ihren Unmut über den schleppenden Neubau äußern. Die Schüler haben das in einem Brief bereits getan. Dort heißt es u.a.: "Der Neubau der Halle dauert uns viel zu lange", "Die Busfahrt zum Sportunterricht verschwendet Geld und schadet der Umwelt" und "Sport ist uns wichtig, weil wir danach viel ausgeglichener sind".