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Überall nur Bracht-Bendt - wo ist Grosse-Brömer?

Wahlkampf mit 100 Prozent: FDP-Parlamentarierin Nicole-Bracht Bendt (li.) in der Buchholzer Innenstadt. Aus vermeintlich aussichtsloser Position wieder in den Bundestag? (Foto: archiv)

Geht der CDU im Landkreis Harburg ein wichtiges Bundestags-Direktmandat durch die Lappen?

(rs). Kann die FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bracht-Bendt bei den Bundestagswahlen am 22. September die Arithmetik der CDU/CSU in Berlin durcheinanderbringen? Polit-Insider halten das nicht für ausgeschlossen.
Nicole Bracht-Bendt (54) könnte im Wahlkreis 36 mit ihrem Mega-Wahlkampf so viele Stimmen kassieren, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer (52) das Direktmandat nicht schafft. Lachende Dritte wäre SPD-Newcomerin Svenja Stadler (36), die mit ihrer Intensiv-Eigenwerbung Bracht-Bendt kaum nachsteht.
Grosse-Brömer ist bis zum vergangenen Wochenende als Wahlkämpfer kaum in Erscheinung getreten. Der Rechtsanwalt aus Brackel, der es in seiner zweiten Legislaturperiode in Berlin immerhin zum Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gebracht hat, setzt offensichtlich auf den Promi-Bonus. Etwa auf Berichte, wie vor kurzem im Spiegel, wo der Christdemokrat von seinen Jugendjobs unter anderem als Müllmann berichten durfte.
Aber reicht das aus, um der geballten Frauenpower im Kreis Paroli zu bieten? Denn inzwischen treten Stadler und Bracht-Bendt durchaus auch mal gemeinsam auf.
Grosse-Brömer ist wie Svenja Stadler über die Liste der Partei gut abgesichert. Auch wenn keiner der beiden das Direktmandat holt, werden sie im nächsten Bundestag vertreten sein.
Ganz anders Bracht-Bendt. Sie, die bei den Wahlen 2009 mit einer Top-Platzierung auf der FDP-Liste einen Überraschungscoup landete, musste büßen, dass sie sich in Berlin eher ihrem Gewissen als den Koalitionsvereinbarungen verpflichtet fühlte. Über die Liste jedenfalls kommt sie nicht wieder in den Bundestag.
Aus vermeintlich aussichtsloser Position ist Bracht Bendt zu einem Wahlkampf durchgestartet, wie ihn der Landkreis lange nicht gesehen hat. Bleibt abzuwarten, ob ihre Kampagne „Ehrlich, Eckig, Echt“ die Berliner Zahlenspiele durcheinanderbringt.
Würde Bracht-Bendt es tatsächlich schaffen, hätte der Landkreis mit ihr, Grosse-Brömer und Stadler gleich drei Vertreter im Bundesparlament. Soviel wie noch nie.