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Umstrittener Sportplatzbau

rs. Buchholz. In Buchholz wird wieder viel Geld versenkt. Mindestens 500.000 Euro muss die Stadt in den Neubau eines Kunstrasenplatzes samt Anlagen in Steinbeck stecken, weil die vorhandene Sportstätte an der Wiesenschule, die erst 2010 für 360.000 Euro eingerichtet wurde, für die Vereinsnutzung künftig nicht mehr zur Verfügung stehen dürfte.
Gut gemeint, schlecht gemacht! Als für den Neubau des Buchholzer Gymnasiums Am Kattenberge der Hokeyplatz weichen musste, hatte Polit-Oldtimer Günter Helmrich, damals noch für die CDU im Stadtrat, eine Idee: Man solle einfach den Schulsportplatz an der Wiesenschule mit Kunstrasen ausstatten. Der Helmrich-Plan fand Zustimmung - wohl auch, weil die Hokeyabteilung von Buchholz 08 mit 200 Aktiven im Rathaus gute Fürsprecher hatte.
Stimmen, die schon damals mahnend auf die neue, dicht an die Sportstätte gerückte Bebauung hinwiesen, ignorierten Verwaltung und Stadtrat - der Kunstrasen wurde installiert und wenig später intensiv genutzt. Auch spät abends und an den Wochenenden und nicht nur von den Hokeyspielern.
Kein Wunder, dass den Anwohnern der Kragen platzte. Sie zogen vor Gericht. Im jetzt anstehenden Verfahren haben sie gute Erfolgsaussichten. In Zukunft dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit wieder nur Schulsport an der Wiesenschule möglich sein.
Und dann? Wieder gibt es keinen strategischen Plan, sondern das teure Stopfen eines Lochs. Gegenüber der Steinbecker Grundschule will die Stadt rund 11.000 Quadratmeter Ackerland anpachten oder kaufen und hier einen Kunstrasenplatz samt Umkleide und Parkplätzen errichten. Bisher geschätzte Kosten: rund 500.000 Euro plus Folgekosten unter anderem für Pacht oder Kaufpreiszinsen.
Und auch hier steckt der Teufel im Detail. Die angedachte Mitbenutzung der vorhandenen Umkleiden und Duschen in der Turnhalle an der Steinbecker Grundschule und die Nutzung des Schulparplatzes ist Problem behaftet. Schon jetzt gibt es - selten zwar - Engpässe. Kommt der zu erwartende intensive Spielbetrieb auf dem neuen Platz hinzu, droht Chaos.
Dabei hatte es sich nach dem lange vorher bekannten Wegfall des Hokeyplatzes am Schulzentrum Am Kattenberge geradezu angeboten, den neuen Platz am Buchholzer Sportzentrum am Holzweg zu schaffen. Hier ist Platz genug, es warten Parkplätze satt. Auch die restliche Infrastruktur hätte genutzt werden können.
Seinerzeit hat man das auch angedacht. Weil diese Lösung aber 150.000 Euro mehr gekostet und längere Zeit in Anspruch genommen hätte, gab man der Helmrich-Idee den Vorzug. Die Schnellschuss-Mentalität, Machen ohne nachzudenken, zu der auch der Bürgermeister neigt, dürfte am Ende die Stadt rund eine Million Euro kosten. Das Geld hätte besser angelegt werden können.