Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Velorouten als Heilsbringer?

Seit einem Monat laufen die Bauarbeiten am neuen Geh- und Radweg an der Zimmererstraße

Buchholz: Radverkehr soll durch Strecken abseits der Hauptstraßen gestärkt werden

os. Buchholz. Wird diese Entscheidung den Radverkehr in Buchholz stärken? Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für das Veloroutenkonzept der Stadtverwaltung votiert. Die Behörde soll nun Vorschläge zur Umsetzung einzelner Maßnahmen entwickeln.
Velorouten sind extra ausgeschilderte Fahrradrouten, die im Wesentlichen abseits der Hauptstraßen über verkehrsarme Nebenwege - z.B. Tempo-30-Zonen oder Wirtschaftswege - führen und von Radfahrern bequem, schnell und sicher befahren werden können. Jüngst machten sich Vertreter von Verwaltung, Politik und Gesellschaft in Hamburg ein Bild von den dortigen Anstrengungen, den Radverkehr durch Velorouten zu stärken. In der Hansestadt sind in den vergangenen zehn Jahren sieben Velorouten umgesetzt worden.
In Buchholz sind zunächst drei Strecken im Gespräch. Am schnellsten umsetzbar wäre eine Teilstrecke von Buchholz nach Seppensen, die im Wesentlichen auf dem Leine-Heide-Radweg geführt würde. Lediglich ein kurzer Abschnitt mit lockerem Sand müsste befestigt werden. Diese Route ließe sich in einem zweiten Schritt über den Dibberser Mühlenweg in Richtung Dibbersen verlängern.
Eine zweite Veloroute könnte von Buchholz über den Drosselweg und Suerhop weiter nach Sprötze führen und in später bis Trelde verlängert werden.
Die dritte Strecke sieht die Verbindung zwischen den beiden Schulzentren am Sprötzer Weg und am Buenser Weg vor. Die Ideallösung, die entlang der Bahnlinie Bremen-Hamburg führt, sei allerdings allenfalls langfristig umzusetzen, heißt es in der Drucksache. Um früher eine Alternative zur stark befahrenen Bremer Straße zu schaffen, könne eine Route über Parkstraße, Haidbarg und Schluchtweg ausgeschildert werden. Um die Velorouten innerhalb von zehn Jahren umsetzen zu können, müsse die Politik zwei bis drei Euro pro Jahr und Einwohner investieren - also 80.000 bis 120.000 Euro.
Die Ratsmitglieder sehen die Ansätze der Verwaltung zur Stärkung des Radverkehrs positiv, fordern aber weitere Anstrengungen. „Uns fehlen Routen entlang der Bahn, z.B. in Richtung Sprötze“, erklärte CDU-Ratsfrau Heike Meyer. Peter Eckhoff von der Buchholzer Liste, ein sehr aktiver Radfahrer, sagte: „Wir werden sehr genau darauf achten, dass genügend Geld zur Umsetzung der Maßnahmen für den Haushalt eingeworben wird.“
Daneben müssen Politik und Verwaltung darauf achten, dass Baumaßnahmen zügig abgeschlossen werden. Wie sehr das notwendig ist, beobachten Anwohner derzeit an der Zimmererstraße: Dort wird bereits seit mehr als einem Monat der Geh- und Radweg vom Vaenser Weg zur Maurerstraße verbreitert - eine rund 105.000 Euro teure Maßnahme aus dem Mobilitätskonzept. Anwohner berichten von sehr schleppenden Fortschritten beim Bau: „Das geht alles sehr langsam. Manchmal sieht man über Stunden keinen Bauarbeiter!“

KOMMENTAR

Nagelprobe bei Haushaltsberatungen

Den Radverkehr mit Velorouten zu stärken, finde ich eine sehr gute Idee. Jedem Befürworter muss aber klar sein, dass die Umsetzung teuer wird. Die bisherigen Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept wie der Lückenschluss an der Zimmererstraße sind nur Flickschusterei und bringen den Radverkehr kaum nach vorn. Richtige Velorouten einzurichten, bedarf mehr als nur ein paar Schilder aufzustellen. Das wird ohne richtige (Um)Baumaßnahmen nicht funktionieren. Ob der Rat das Konzept wirklich unterstützt, werden die kommenden Haushaltsberatungen zeigen. Dort kommt es zur Nagelprobe: Wenn dort nicht erhebliche Finanzmittel eingeworben werden, war die jetzige Zustimmung nur ein Lippenbekenntnis. Oliver Sander