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"Verantwortung nicht wegalbern!"

"Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen ergeben Sinn": Holger Guse (li.) und Wilfried Reinke

Nach WOCHENBLATT-Bericht über Oldtimertreffen: Polizei hält Sicherheitskonzept für Veranstaltungen für wichtig

os. Buchholz. Nach dem WOCHENBLATT-Artikel über den Gastronom Heiner Frommann, der für sein Oldtimertreffen in Buchholz-Dibbersen ein detailliertes Sicherheitskonzept vorlegen musste, meldet sich jetzt die Polizeiinspektion (PI) Harburg in Buchholz zu Wort. „Die Sicherheit liegt uns sehr am Herzen. Wir finden es legitim, wenn Veranstalter in die Pflicht genommen werden, sich Gedanken über ihre Veranstaltung zu machen“, sagt Wilfried Reinke, Leiter Einsatz bei der PI, im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Es sei nicht förderlich, wenn die Forderung nach einem Sicherheitskonzept ins Lächerliche gezogen wird.
Wie berichtet, hatte Frommann die Forderung der Stadt Buchholz nach einem Sicherheitskonzept als übertrieben kritisiert. Obwohl sich der Gastronom für die 15. Auflage seiner Veranstaltung mit DRK-Kreisbereitschaftsleiter Jan Bauer professionelle Hilfe bei der Formulierung des Konzeptes holte, fiel dieses im ersten Anlauf bei der Stadt Buchholz durch. Erst nach Nachbesserungen und Präzisierungen wurde es für gut befunden.
Nach den Anschlägen wie in Ansbach - dort hatte ein Flüchtling aus Syrien im Juli 2016 vor einem Lokal eine Rucksackbombe gezündet und dabei 15 Personen verletzt - sei es nicht mehr zeitgemäß, vor Veranstaltungen nach dem Motto zu agieren: „Bislang ist nie etwas passiert, dann wird auch jetzt nichts geschehen“, erklärt Holger Guse, Leiter Einsatz und Streifendienst bei der PI. „Das greift zu kurz und torpediert den guten Hintergedanken, sich über potenzielle Gefahrenquellen Gedanken zu machen“, betont Guse. Man habe kein Interesse daran, Veranstaltungen zu verhindern, erklärt Polizeisprecher Jan Krüger: „Uns ist aber daran gelegen, dass eine Veranstaltung auch im Störungsfall vernünftig zu Ende geführt wird.“
Im Internet könne man sich einen Leitfaden herunterladen, z.B. von der Stadt Hannover, an dem Veranstalter sich orientieren können. Wichtig sei, dass die Prüfung des Sicherheitskonzeptes vor einer Veranstaltung verhältnismäßig sei, erklärt Wilfried Reinke, aber: „Der Veranstalter hat eine große Verantwortung den Gästen gegenüber. Das sollte man nicht wegalbern!“
• Wie stehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu einem verpflichtenden Sicherheitskonzept für Veranstaltungen? Halten Sie es für sinnvoll oder übertrieben? Senden Sie eine E-Mail mit Ihrer Meinung unter os@kreiszeitung.net.

AUF EIN WORT

Leitfaden und Kommunikation

Dass die Polizei Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen befürwortet, kann ich gut nachvollziehen. Sind es doch die Beamten, die zuerst gerufen werden, wenn irgendetwas aus dem Ruder läuft. Wilfried Reinke hat dabei ein wichtiges Stichwort gegeben: Die Verhältnismäßigkeit für ein Sicherheitskonzept muss stimmen. Beim Beispiel Oldtimertreffen in Dibbersen gibt es darüber offenbar unterschiedliche Meinungen: Polizei und Stadt halten sie für gegeben, Veranstalter Frommann und seine Unterstützer nicht.
Um künftig Missverständnisse zu vermeiden, tut die Stadt Buchholz gut daran, kurzfristig einen Leitfaden zu entwickeln, an dem sich künftige Veranstalter orientieren können. Zudem, und das ist genauso wichtig, muss die Kommunikation zwischen der Verwaltung und Veranstaltern verbessert werden: Ein persönliches Gespräch ist allemal besser als sich ausschließlich per E-Mail zu verständigen. Das setzt voraus, dass sich Veranstalter mal auf den Weg ins Rathaus begeben, aber auch, dass sich die Stadtbediensteten mal die Gegebenheiten vor Ort ansehen. Oliver Sander