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Von „Ja“ bis „Ja, aber“

Das erweiterte Gewerbegebiet II Vaenser Heide ist in Rekordzeit verkauft worden. Die CDU sieht hier weiteres Flächenpotenzial

Braucht Buchholz neue Gewerbegebiete? WOCHENBLATT fragte bei den Fraktionsvorsitzenden nach

os. Buchholz. Unter der Überschrift „Der Flächennotstand ist da“ mahnte Christoph Diedering, Vorsitzender der Buchholzer Wirtschaftsrunde, jüngst im WOCHENBLATT, zügig neue Gewerbegebiete für die Nordheidestadt auszuweisen. Bei Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse stieß er damit auf offene Ohren. Auch bei der Buchholzer Politik? Das WOCHENBLATT fragte bei den Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien nach: Braucht Buchholz neue Gewerbegebiete?
Andreas Eschler (CDU): „Selbstverständlich sind wir für die Ausweisung neuer Gewerbegebiete. Wir haben mittlerweile das Problem, dass wir Unternehmen, die sich in Buchholz neu ansiedeln oder sich vergrößern möchten, keine adäquaten Flächen anbieten können. Dadurch vergeben wir nicht nur die Chance, neue Steuerzahler nach Buchholz zu holen, wir laufen auch Gefahr, bestehende Unternehmen zu verlieren. Beim GE II sollten sich Politik und Verwaltung einen Planungsfehler eingestehen und es durch ausreichende, zusätzliche Flächen erweitern. Eine moderate Annäherung an die Ortsumgehung Dibbersen würde den eigenständigen Charakter der Ortschaft nicht gefährden.“

Wolfgang Niesler (SPD): „Eine bedarfsgerechte Ausweisung von Gewerbegebieten wird von uns selbstverständlich unterstützt. Wir sehen es als richtigen Weg, Betrieben, die sich in Buchholz ansiedeln möchten, die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Das ist aus umweltpolitischen Gründen sinnvoll, da die Beschäftigten weniger Energie für den Weg zur Arbeit benötigen, und auch aus sozialpolitischen Gründen, da kürzere Arbeitswege die Lebensqualität erhöhen. Durch das ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept, d. Red.) können wir erkennen, wo Ausweisungen bzw. Ergänzungen ohne Probleme möglich sind. Hier aber frühzeitig Prioritäten zu nennen, würde unwirtschaftlichen Spekulationen Tür und Tor öffnen.“

Joachim Zinnecker (Grüne): „Bevor neue Gewerbegebiete ausgewiesen werden, müssen wir erst die bestehenden ausreichend vermarkten. Etliche Flächen sind nicht genutzt, werden aber von den Eigentümern oder Vorkaufsberechtigten blockiert. Wenn darüber hinaus Bedarf bestehen sollte, sind im ISEK geeignete Flächen identifiziert. Für uns kommen nur kleinere Flächen mit einem Charakter wie im GE II und dessen Erweiterung infrage. Vordringlicher erscheint uns aber die Schaffung bezahlbaren Wohnraumes und die Aufhebung der Blockade in der Verkehrspolitik.“

Arno Reglitzky (FDP): „Die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen ist seit Jahren ein zentrales Anliegen der FDP. Der Bedarf für die kommenden 15 Jahre liegt bei 60 Hektar. Mehr Gewerbe in Buchholz heißt mehr Arbeitsplätze, mehr Einnahmen ohne Steuererhöhungen, kürzere Wege zwischen Arbeiten und Wohnen und mehr Lebensqualität. Parallel zur Ausweisung von Gewerbeflächen müssen auch neue Wohnbaugebiete ausgewiesen werden. Da ist der Notstand seit Langem zu sehen.“
Dr. Martin Dieckmann (Vorstandsmitglied Buchholzer Liste): „Die Buchholzer Liste tritt grundsätzlich dafür ein, weitere Gewerbeflächen bedarfsgerecht zu entwickeln. Dies hat jedoch behutsam und mit möglicher Schonung der Siedlungsstruktur und des Landschaftsbildes zu geschehen. Die Nutzung vorhandener Potenziale hat Vorrang vor raumintensiven Großprojekten in der freien Landschaft. Vorrangig sind z.B. erhöhte Anstrengungen zu unternehmen, um die nicht genutzten Flächen bei Möbel Kraft zu aktivieren und dem Markt zuzuführen. Weitere Entscheidungen sind nicht auf Zuruf, sondern in einem angemessenen Abwägungsprozess auf Grundlage des ISEK zu treffen.“

Heiner Hohls (UWG): „Es ist absolut notwendig, neue große Gewerbegebiete anzubieten. Es war ein fataler Fehler der „Bunten Mehrheit“ im Rat, vom GE II nur 4,5 Hektar und nicht die gesamte Fläche von elf Hektar vorzuhalten.“

Arne Ludwig (Piratenpartei): „Grundsätzlich bin ich nicht gegen die Ausweisung neuer Gewerbegebiete, wenn der Bedarf hinreichend konkret nachgewiesen wird und die Abwägung zwischen Notwendigkeit und Umwelteingriff positiv ausfällt. Die Bewertung hängt auch davon ab, ob der Bedarf eher im Bereich von kleinteiligem Gewerbe mit geringerem Flächenverbrauch oder im Bereich mit großem Flächenbedarf gesehen wird. Wichtiger ist mir im Moment jedoch die Fokussierung auf verkehrliche Infrastruktur und Wohnflächen, da hier der Bedarf erheblich dringender erscheint.“