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Von wegen "Freundschaft" und "Toleranz": Aus für Inner Wheel Club Buchholz

Die Frauenorganisation "Inner Wheel Club" gibt es in Deutschland schon mehr als 90 Jahre (Foto: archiv)

Internationale Zentrale zieht nach Zoff im Serviceclub die Reißleine

os. Buchholz. Die international sozial tätige Frauenorganisation Inner Wheel Club hat sich hohen Werten verschrieben: Das Handeln - intern wie extern - soll durch "Freundschaft", "soziales Engagement" und "Toleranz" geprägt sein, steht in der Satzung. Der Buchholzer Ortsclub, der in der Vergangenheit durch vorbildliches Engagement Tausende Euro für soziale Zwecke gesammelt hat, hat dieses Prinzip offenbar aus dem Auge verloren: Die 23 Mitglieder sind in zwei Lager gespalten und so heillos zerstritten, dasa jetzt die Zentrale im englischen Sale einschreiten musste. Die Entscheidung aus England ist hart und einmalig in der über 90-jährigen Geschichte der Serviceclubs in Deutschland: Den Buchholzer Frauen von Rotariern wurde die Erlaubnis entzogen, unter dem Namen "Inner Wheel" zu firmieren.
"Ich bin sehr entsetzt über die Entwicklung und hätte die Eskalation gern vermieden", sagt Clubpräsidentin Christiane Otto. "Disharmonien" über interne Regeln hätten zu dem Streit geführt, der den Inner Wheel Club Buchholz spaltete, erklärt Otto. Nach WOCHENBLATT-Informationen ging es dabei um die Offenlegung von Finanzen und Unregelmäßigkeiten beim Kassenbericht. Die Situation verschärfte sich derart, dass einzelne Mitglieder sogar das Amtsgericht in Tostedt anriefen. Eine Schlichtung durch die internationale Justizbeauftragte von Inner Wheel in Frankreich scheiterte. So trug die Deutschland-Präsidentin von Inner Wheel, Antje Steinrötter aus Münster, die Geschichte nach England. Dort senkte sich der Daumen. Die Entscheidung wirkt sofort.
Wie es mit dem ehemaligen Buchholzer Inner Wheel Club nach dem Abschluss des Geschäftsjahres Ende Juni weitergeht, ist nach Auskunft von Christiane Otto völlig offen. Möglich sei eine Neugründung oder eine Auflösung. Theoretisch dürften sich die Mitglieder auch unter anderem Namen weiter sozial engagieren. Das scheint nach dem Tohuwabohu der vergangenen Monate aber utopisch.
Der Inner Wheel-Verantwortlichen Steinrötter ist die Entwicklung in Buchholz spürbar unangenehm: "Zum ersten Mal wurde einem Club in Deutschland das 'Charter' entzogen. Es soll bitte auch das letzte Mal sein!"