Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Vorläufiges Ende im Schwarzbau-Streit: "Ich habe durch staatliche Willkür mein Haus verloren"

os. Buchholz. "Seit Jahrhunderten haben viele Hausbesitzer durch staatliche Willkür ihr Eigenheim verloren. So ging es mir jetzt auch und ich werde nicht der letzte Fall sein." Das sagt Prosper-Christian Otto. Das 177-qm-Wohnhaus des Berufssängers im Landschaftsschutzgebiet Sprötze-Höllental wird seit Donnerstag abgerissen. Otto selbst und seine Ehefrau Christiane brachten nicht die Kraft auf, sich den Abriss vor Ort anzuschauen. Sie blieben in ihrem neuen Wohnort Wenzendorf. Dort sind sie bei Freunden untergekommen.
Wie berichtet, hatte sich Otto durch alle gerichtlichen Instanzen gegen den Abriss seiner Immobilie gewehrt, die zu großen Teilen schwarz errichtet wurde. Die Gerichte schmetterten alle Klagen ab. Nur bei der Verhinderung des Bebauungsplans war Otto erfolgreich. Dieser vermeintliche Sieg fiel ihm auf die Füße, weil die Stadt kompromisslos den Komplettabriss seines Hauses verfügte - und jetzt gnadenlos umsetzte.
Otto sucht jetzt für sich und seine Frau eine Immobilie, in der er für seine Auftritte üben kann. "Das ist in unserer jetzigen Wohnung in Wenzendorf nicht möglich", sagt Otto. Ob er in der Nordheide wohnen bleibt oder wegzieht, sei noch unklar. "Ich habe zum Glück einen Beruf, den ich von überall ausüben kann." Am nächsten Donnerstag hat der Tenor einen Auftritt in Neapel/Italien.
"Ich hatte gehofft, dass Herr Otto den Kompromiss akzeptiert, sein Haus etwas zurückzubauen, und wir nicht abreißen müssen", sagt Bürgermeister Wilfried Geiger. Leider habe Otto immer Maximalforderungen an die Stadt gehabt. "So konnten wir nicht verhandeln", erklärt Geiger. Ein Gnadenakt auf den letzten Metern habe er nicht machen können, so das Stadtoberhaupt. "Das Gericht hat ausdrücklich erklärt, dass das bei einem Schwarzbau unmöglich ist."
Übrigens: Die Abrisskosten trägt Prosper-Christian Otto. Die Stadt beziffert sie mit rund 20.000 Euro. Experten glauben, dass sich der Abriss locker auf das Doppelte summieren wird. Ob Otto das nach dem kostspieligen Dauer-Streit vor Gericht stemmen kann, wird sich weisen.