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Warum ist die Buchholzer CDU abgetaucht?

Die größte Ratsfraktion verharrt seit Monaten in merkwürdiger Lethargie

Auf ein Wort

Buchholz stimmt der Mediation des Ostring-Verfahrens zu - ein SPD-Antrag. Die Verwaltung stellt ein Konzept vor, wie Radfahrer auf die Straße geführt werden können - ein Antrag der Buchholzer Liste. Die zeitnahe Entwicklung von Wohnbauflächen - ein FDP-Antrag. Wenn es um die wichtigsten Projekte in Buchholz geht, sind viele Ratsfraktionen aktiv, um die Nordheidestadt voranzubringen. Alle, bis auf eine, kann man als aufmerksamer Beobachter der Buchholzer Politikszene feststellen. Denn: Die CDU, mit zwölf Ratsherren und -frauen stärkste Fraktion im Stadtrat, verharrt seit Monaten in einer merkwürdigen Lethargie.
Das hatte das WOCHENBLATT bereits im April festgestellt - und damit offenbar den Nerv der Schwarzen getroffen. Kurz danach kamen aus der CDU einige konstruktive Anträge. Die Geschäftigkeit erwies sich jedoch als Strohfeuer. Momentan ist es für die CDU u.a. wichtig, eine Gestaltungsfibel für die Ortschaften Reindorf und Trelde zu erarbeiten. Nichts gegen Reindorf und Trelde, aber Buchholz hat wahrlich drängendere Probleme.
Im Rat und in den Ausschüssen habe ich den Eindruck, dass nicht alle CDU-Ratsmitglieder mit dem Kopf bei der Sache sind. Die Wähler haben den Christdemokraten bei der Kommunalwahl 2011 ihre Stimme aber in der Hoffnung gegeben, dass sie die Entwicklung in Buchholz vorantreiben. Bislang hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt.
Die sichtbare Lustlosigkeit findet auch im "World Wide Web" ihren Ausdruck: Offenbar fühlt sich bei der CDU im Internetzeitalter niemand dafür zuständig, Interessierte mit Neuigkeiten zu versorgen. Wer die Startseite des CDU-Ortsvereins anklickt, bekommt seit Monaten keinerlei aktuelle Informationen. Die angekündigte Modernisierung des Internetauftritts lässt auf sich warten.
Dass Opposition auch eine Chance sein kann, zeigt die CDU-Landtagsfraktion. Es vergeht kein Tag, an dem die Christdemokraten nicht die rot-grüne Landesregierung mit bissigen Anfragen und Kommentaren vor sich hertreiben. Vielleicht sollten sich die Buchholzer ein paar Tipps in Hannover holen. Die Telefonnummern von Heiner Schönecke und André Bock dürften sie haben.Oliver Sander