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Weg frei für Technologie- und Innovationspark

Die Planung sieht im Anschluss an das Gewerbegebiet Vaenser Heide II einen Technologiepark, klassisches Gewerbe und einen Campus vor (Foto: Foto: Architektur+Stadtplanung / WLH / MSR)

Buchholz: WLH soll Planungen für 18-Hektar-Areal vertiefen / „Chance auf qualitätvolle Ansiedlungen“

os. Dibbersen. Mit einem spektakulären Neubauprojekt soll die Stadt Buchholz zu einem Zentrum von Innovation und Technologie werden: Der Wirtschaftsausschuss hat am Mittwochabend mit seinem Grundsatzbeschuss den Weg geebnet für einen Technologie- und Innovationspark (TIP) im Norden der Stadt. Auf einer Fläche von 17,9 Hektar im direkten Anschluss an das erweiterte Gewerbegebiet Vaenser Heide II an der Kreisstraße zwischen Buchholz und Dibbersen sind wissensbasierte Technologieansiedlungen, klassisches Gewerbe sowie ein Campus mit Gastronomie und einem Multifunktionsgebäude vorgesehen.
„Wir haben in dem Park eine große Chance für qualitätvolle Gewerbeansiedlungen“, erklärte Buchholz‘ Erster Stadtrat Dirk Hirsch, der die Pläne mit Wilfried Seyer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Harburg (WLH), vorstellte. Die WLH soll den TIP entwickeln und auch die dafür nötigen Flächen erwerben. Seyer warb bei den Lokalpolitikern um Vertrauen. Die WLH habe in den vergangenen 19 Jahren zehn Gewerbegebiete entwickelt: „Wir wissen also, was wir tun.“
Seyer nannte drei Gründe, warum die Entwicklung des TIP Buchholz und die gesamte Region voranbringen würde. Zum einen liege der Landkreis bei der Arbeitsplatzdichte mit Platz 388 von bundesweit 402 Landkreisen weit hinten. Seyer erinnerte an die hohe Zahl von täglich rund 11.000 Auspendlern bei nur ca. 6.000 Einpendlern. „Wer behauptet, wir bräuchten keine Arbeitsplätze vor Ort, der ignoriert schlicht die Zusammenhänge zwischen Arbeitsplätzen, Verkehrsbeziehungen, Kaufkraft und Lebensqualität. „Wer tagsüber seinen Kopf in Hamburg hat, der kauft dort auch den Hut dafür“, sagte Seyer.
Zum zweiten sei der Anteil der Hochqualifizierten mit Platz 287 in Deutschland weit unter dem Durchschnitt. Der Landkreis Harburg sei mit vielen kleinsten, kleinen und mittelgroßen Unternehmen sehr traditionell aufgestellt. Der Anteil von Forschung und Technik sei dagegen gering.
Schließlich wolle man innovativen Unternehmen die Möglichkeit geben, in Buchholz zu bleiben. Wie berichtet, bietet die WLH in ihrem ISI-Zentrum in Buchholz Startup-Unternehmen die Möglichkeit, sich im Markt zu etablieren. Allerdings dürften die Mieter nur fünf Jahre im ISI-Zentrum bleiben. „Die Mieter der ersten Stunde müssen also in spätestens zwei Jahren ausgezogen sein, ich würde sie gern in der Region halten“, betonte Seyer.
In den vergangenen Monaten hat Wilfried Seyer viel Vorarbeit geleistet und bereits Kontakt zu möglichen Nutzern des Innovationsparks aufgenommen. U.a. können sich Prof. Dr. Michael Braungart, Experte in Sachen Nachhaltigkeit („Cradle to Cradle“), und Prof. Dr. Günther Pawellek von der Forschungsgemeinschaft Logistik gut vorstellen, Teile ihrer Institute in Buchholz anzusiedeln. Nach dem Grundsatzbeschluss kann Seyer diese Gespräche nun intensivieren und präzisieren. Auch die Suche nach einem Investor für den Campus kann nun Fahrt aufnehmen: „Wir suchen jemanden, der das Zentralgebäude des Campus mit vielen Nutzungen umsetzt“, so Seyer. Möglich seien z.B. Gastronomie, ein Hotelbetrieb, ein Kino und Büros.
In der Politik kamen die Pläne weitgehend gut an. Es sei positiv, dass Buchholz den TIP bekommen solle, betonten Politiker aller Parteien. Kritik kam u.a. von Grünen-Ratsherr Frerk Meyer wegen des zu großen Flächenverbrauchs. Gudrun Eschment-Reichert (SPD) warnte davor, dem Gewerbegebiet den Innovationsgedanken nur als Etikett zu verpassen und dann doch nur klassisches Gewerbe umzusetzen.
Wilfried Seyer betonte, dass der Rat über jeden Grundstücksverkauf entscheide. „Es wird keinen Verkauf ohne Zustimmung durch die Stadt geben. Da das finanzielle Risiko bei uns liegt, sind wir gehalten Firmen zu suchen, die dem Rat gefallen werden“, erklärte Seyer. Vorgesehen sei, dass durch die Verkäufe an klassisches Gewerbe die Entwicklung des Campus subventioniert werde.