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Weiter Diskussion um Baumfällung

"Hier geht Lebensqualität verloren": Ingo Wolde (BUND Buchholz) vor dem massiv durchforsteten Wald an der Hamburger Straße. Das Areal im Hintergrund, auf dem die Baumstämme gelagert sind, gehört einem anderen Grundstücksbesitzer

BUND sieht Grünmaßnahme kritisch / Passanten unterscheiden nicht zwischen zwei Grundstücken

os. Buchholz. Nach dem WOCHENBLATT-Artikel "Das war radikal, aber legal" über die Durchforstung eines großen Waldstückes an der Hamburger Straße geht in Buchholz die Diskussion um die Grünmaßnahme weiter. Während der BUND eine Bebauung durch die Hintertür befürchtet, beschwichtigt die Stadt Buchholz: Alles sei rechtens gewesen.
Wie berichtet, waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Bäume an der Hamburger Straße mit schweren Maschinen gefällt worden. Die Baumstämme wurden dort auf Freiflächen sowie auf einem Areal am Buenser Weg/Schaftrift gelagert. Für die Passanten nicht ersichtlich: Beide Grundstücke gehören verschiedenen Besitzern. Diese einigten sich darauf, dass die Bäume aus dem Wald an der Hamburger Straße auf dem Areal an der Schaftrift abgelegt und von dort abtransportiert werden dürfen.
Die forstwirtschaftliche Maßnahme in dem Waldstück sei ordnungsgemäß verlaufen, erklärt Torben Homm vom zuständigen Forstverband Jesteburg. Die Entnahme der Bäume verlaufe nach einem mit den Behörden abgestimmten Wirtschaftsplan. "Es ist nur legitim, wenn der Grundstücksbesitzer mal Holz in seinem Wald erntet", sagt Homm. Die letzte Ernte habe vor rund zehn Jahren stattgefunden. In der Regel durchforste man ein Waldstück dieser Größenordnung alle fünf Jahre. Homm beruhigt die Kritiker: Im Flächennutzungsplan sei der Grundriss des Waldes genau festgelegt. Alle Bäume, die dort gefällt wurden, würden durch Aufforstungen an Ort und Stelle ersetzt. Das werde wahrscheinlich im Herbst geschehen.
Ingo Wolde vom NABU Buchholz kündigt an, die weiteren Maßnahmen genau zu beobachten. Es sei ein Frevel gegen die Natur, die Fällarbeiten ausgerechnet in der beginnenden Brut- und Setzzeit durchzuführen. Durch die Fällung gerade großer Eichen gehe in Buchholz ein Stück Lebensqualität verloren.
Apropos Flächennutzungsplan: Dieser sieht auf dem angrenzenden, jüngst durchmulchten Grundstück, auf dem derzeit viele Baumstämme lagern, eine Wohnbebauung vor. Auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist das Areal an der Schaftrift West als Wohnbaufläche der ersten Priorität bewertet worden. In der Politik wurden die Details einer potenziellen Bebauung bislang noch nicht diskutiert.