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Wildschweine im Steinbachtal: Jetzt will die Stadt Buchholz handeln

Aus der Ferne sind Wildschweine nett anzuschauen. Im eigenen Vorgarten - wie in Buchholz - möchte man die Tiere aber lieber doch nicht haben (Foto: Pixelio/Dieter)
os. Buchholz. Geht die Stadt Buchholz zu lax mit einer Wildschwein-Plage mitten in einem Wohngebiet um? Das wirft der Verwaltung eine Bürgerin vor, deren Grundstück erst jüngst wieder von einer Rotte heimgesucht und komplett umgepflügt wurde. "Bei der Stadt ist der Wille nicht da, das Problem anzugehen", kritisiert die Frau.
Bereits 2012 berichtete das WOCHENBLATT über die Probleme mit Bachen und ihren Frischlingen, die sich auf der Suche nach Futter und Rückzugsmöglichkeiten bis weit ins Buchholzer Stadtgebiet vorwagten. Im idyllischen Steinbachtal finden die Tiere glänzende Bedingungen vor: Im Wald und dem benachbarten Flusstal gibt es reichlich Nahrung, genügend Wasser sowie Schilf als Versteck.
Das Problem: Das Gebiet liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet. Es ist von vielen einzelstehenden Wohnhäusern umsäumt. Seit 1957 ist das Areal kein Jagdgebiet mehr. Die Borstentiere aus dem Steinbachtal zu bekommen, ist mithin besonders schwierig.
Gespräche zwischen Stadt, Landkreis und den Jägern haben bereits stattgefunden. Offenbar herrschte bislang Uneinigkeit, wer für die Lösung des Wildschwein-Problems zuständig ist. Die Stadt verwies auf die Jäger sowie den Kreis als untere Jagdbehörde. Kreisjägermeister Norbert Leben sieht dagegen die Stadt in der Pflicht: "Sie ist als Gefahrenabwehrbehörde zuständig. Wir warten auf ein Signal der Verwaltung und werden nicht von uns aus tätig." Ähnlich sieht das Kreissprecher Bernhard Frosdorfer: "Wir haben über Lösungen nachgedacht, doch erster Ansprechpartner der Bürger bei Problemen ist die Stadt."
Vom WOCHENBLATT auf das Problem angesprochen, verspricht Stadtsprecher Heinrich Helms: "Wir werden den Jägern jetzt grünes Licht geben, sich um die Lösung zu kümmern." Da derzeit Schonzeit ist, könnten die Wildschweine frühestens am 1. April vertrieben werden. Bis dahin sollen auch die Finanzierung und die Formalien mit dem Veterinäramt sowie der Oberen Jagdbehörde geklärt sein.
Als wahrscheinlich gilt, dass die Jäger auf einen sogenannten "Sauenfang" zurückgreifen, bei der die Tiere in einem Gatter zusammengetrieben und getötet werden. Kreisjägermeister Leben: "Das kostet aber Geld und kann nur von erfahrenen Jägern durchgeführt werden."