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Wilfried Geiger tritt nicht mehr als Bürgermeister an

Wilfried Geiger wird nicht bei der Bürgermeisterwahl in Buchholz im Mai kommenden Jahres kandidieren (Foto: archiv)
 
Bürgermeister Wilfried Geiger als Repräsentant - hier mit FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky bei der Einweihung des Kletterturms (Foto: archiv)

Buchholzer Rathaus-Chef will Platz machen für junge Köpfe und frische Ideen

rs. Buchholz. "Mein Bauch hat gesagt, mach weiter, mein Verstand sagt, es ist genug." Der Buchholzer Bürgermeister Wilfried Geiger (62) hat auf seinen Verstand gehört und seine Konsequenzen gezogen. Er stehe für die Bürgermeisterwahl im Mai kommenden Jahres nicht zur Verfügung, teilte er dem WOCHENBLATT mit.
"Ich bin seit fast 45 Jahren im Dienst, seit sieben Jahren als Bürgermeister, das ist eine Stressnummer, bei der ich in letzter Zeit merke, dass das Abschalten zu Hause nicht mehr so einfach ist." Drei, vier Jahre, sagt Wilfried Geiger, die hätte er noch hin gekriegt, zumal ihm der Job Spaß macht und er noch viele Ideen für Buchholz hat. Seine Familie hätte eine erneute Kandidatur mitgetragen, derzeit sei er auch gesundheitlich auf der Höhe. Aber bis zum 69. Lebensjahr?
Und dann ist da die Situation im Buchholzer Stadtrat, wo es keine klaren Verhältnisse mehr gibt und CDU und FDP, die Geiger bei der letzten Wahl unterstützt haben, keine Mehrheit mehr besitzen. Und wo bis heute ein eindeutiges Votum für die anstehende Wahl für ihn fehlt.
Wenn Wilfried Geiger im Oktober 2014 seinen Bürgermeister-Job an den Nagel hängt, blickt er auf 20 Jahre bei der Stadt Buchholz zurück, als Kämmerer und als Verwaltungschef. Und auf eine Bilanz mit Licht und Schatten.
Wilfried Geiger, da sind sich auch seine Kritiker einig, hat Buchholz in vielen Bereichen nach vorn gebracht. Die Buchholz Galerie, das Parkhaus Süd, das weniger gelungene Park- und Geschäftshaus Kabenhof - alles Projekte, die der Bürgermeister maßgeblich vorangetrieben hat. In seiner Amtszeit ist Buchholz zunehmend zu einer modernen Stadt geworden.
Bis auf die Verkehrssituation. Hier hinterlässt Wilfried Geiger einen großen Scherbenhaufen. Der Ostring, den der Bürgermeister zusammen mit CDU und FDP mit einer "Kopf durch die Wand"-Mentalität durchboxen wollte, ist in weite Ferne gerückt. Die Öffnung des Mühlentunnels hat er verschleppt.
Und - am schlimmsten - Geigers Verkehrsbehörde hat in den vergangenen Jahren ein erbärmliches Bild abgegeben. Kaum eine der zahlreichen Möglichkeiten, mit Bordmitteln die katastrophale Verkehrssituation in der Nordheidestadt zu entschärfen, ist genutzt worden. Der Bürgermeister hat zugesehen. Und die Buchholzer haben buchstäblich im täglichen Stau erfahren müssen, was eine falsche Personalentscheidung im Rathaus für sie bedeutet.
Als Verwaltungschef hat Wilfried Geiger durchaus Unterstützer in der Stadtverwaltung, aber auch viele, die ihm von der Fahne gegangen sind.
Vielleicht muss das so sein. Denn einer von Geigers Wahlsprüchen ist: Nur wer nichts macht, macht keine Fehler. Und dass er ein Macher ist, spricht dem Bürgermeister niemand ab.
Die Zeit nach seinem Rathausamt will Wilfried Geiger erst einmal auf sich zukommen lassen: "Ich habe keinen neuen Job und strebe auch keinen an, aber ein ehrenamtliches oder soziales Engagement kann ich mir gut vorstellen."
Für das Bürgermeisteramt Buchholz wünscht sich Wilfried Geiger "einen jungen, klugen Kopf mit frische Ideen". Bleibt zu hoffen, dass es den gibt.