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"Willkommen in Schweinbeck"

"Willkommen in Schweinbeck" -Protestplakat am Waldrand in Steinbeck-Meilsen unweit des geplanten Maststalls
 
"Keine Schweinemast im Landschaftsschutzgebiet" steht auf diesem Transparent

Schweinemaststall im Landschaftsschutzgebiet Stuvenwald - der Protest geht weiter

rs. Buchholz. Muss sich der Meilsener Landwirt Heinz Becker auf einen anderen Stadtort für seinen geplanten Schweinemaststall einstellen? Die beantragte Fläche von rund 7.000 Quadratmetern für einem Stall (1.080 Tiere), Güllebehälter, Futtersilos und Kadaverplatz mitten im Landschaftsschutzgebiet Stuvenwald scheint inzwischen für eine Mehrheit im Buchholzer Stadtrat ein Problem. Am 13. Februar will sich der Verwaltungsausschuss erneut mit dem Thema befassen.
Derweil geht der Protest der Maststall-Gegner unvermindert weiter. Der Waldrand an der Wenzendorfer Straße und die Bäume am Fußweg Richtung Meilsen sind mit Protestplakaten und Info-Flugblättern "tapeziert": "Willkommen in Schweinbeck", ist eine der Aussagen in Anspielung auf den Buchholzer Ortsteil Steinbeck. Die Protestler verweisen auch auf zwei bereits vorhandene Mastställe, einer davon nur einige hundert Meter vom geplanten Neubau entfernt, und auf einen großen Güllebehälter direkt am Stuvenwald.
Hintergrund: Ein Landwirt darf bis zu einer bestimmten Größenordnung außerhalb von Ortschaften bauen, wenn die Landwirtschaftskammer das befürwortet, Mindestabstände zur Wohnbebauung und Umweltbestimmungen eingehalten werden. Der Landkreis ist im Genehmigungsverfahren als Naturschutzbehörde gefordert, die Stadt Buchholz soll zu den Plänen des Landwirtes ihr Einvernehmen erteilen. Die Buchholzer Baubehörde hat bereits empfohlen, dem Bauantrag von Heinz Becker stattzugeben.
Allerdings: Der Stall soll mitten rein in ein Landschaftsschutzgebiet. Und hier können dem Vorhaben laut Gesetz "öffentliche Belange" entgegenstehen. Das ist der Fall, wenn ein Bau wie der Maststall die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Landschaftsbild verunstaltet.
Muss also die Stadt Buchholz für eines ihrer wichtigsten Naherholungsgebiete tatsächlich ihr Einvernehmen erteilen zu einer knapp neun Meter hohen Anlage für die Haltung von mehr als 1.000 Schweinen, mit einem Turm für rund zwei Millionen Liter Gülle, dass Ganze auf einem Areal in Fußballplatzgröße?
Viele Buchholzer meinen, nein! Mehr als 3.000 haben gegen die Massentierhaltung im Landschaftsschutzgebiet bereits unterschrieben. In Steinbeck-Meilsen ist die Meinung gespalten. Nachbarn von Beckers Bauernhof machen sich vehement für den Neubau stark. Sie hoffen auf weniger Geruchsbelästigung, wenn der Landwirt ein Teil seiner derzeit auf dem Hof im Ort gehaltenen Schweine künftig draußen in der Feldmark unterbringt. Hauseigentümer, die in der Nähe des geplanten Maststalls wohnen, sehen das anders. Sie befürchten Geruchsbelästigung und so eine Wertminderung ihrer Häuser.
Derzeit wird von Kreisbehörde und Stadtverwaltung nach einer Standortalternative gesucht. Bleibt abzuwarten, ob man bis Donnerstag, 13. Februar, fündig wird. Dann trifft sich hinter verschlossenen Türen der Verwaltungsausschuss der Stadt Buchholz zur Entscheidung. So oder so, eine juristische Fortsetzung droht.