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"Wir müssen Schritt halten mit unseren Nachbarn"

Könnte sein Aussehen mittelfristig stark verändern: das Buchholzer Krankenhaus an der Steinbecker Straße
 
Beim Treffen der Wirtschaftsrunde: (v. li.) Oliver Weiß, Frauke Petersen-Hanson, Frank Krause, Jan Bauer (alle Wirtschaftsrunde), Norbert Böttcher (Geschäftsführer Krankenhäuser Buchholz und Winsen), Landrat Rainer Rempe, Sigrid Spieker (Krankenhaus Dienstleistungs GmbH) und Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (Foto: os)

Digitales Krankenhaus und Millionen-Investitionen: Krankenhaus Buchholz soll modernisiert werden

os. Buchholz. Im Mai steht für Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen, ein wichtiges Gespräch in Hannover an: Im Dialog mit Landes-Sozialministerin Carola Reimann (SPD) und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) will er ein Projekt erörtern, mit dem das Krankenhaus Buchholz in eine sichere Zukunft geführt werden soll. Der Masterplan 2025 umfasst zwei Bausteine: ein digitales Krankenhaus für den Landkreis Harburg sowie ein Investitionsprogramm, durch das das Krankenhaus Buchholz auf den neuesten baulichen Standard gehoben wird. Bis zu 80 Millionen Euro könnte das Programm umfassen.
Der Selektionsdruck bei Krankenhäusern sei weiterhin hoch, erklärte Norbert Böttcher am Mittwochabend beim Unternehmertag der Buchholzer Wirtschaftsrunde. In der Cafeteria des Krankenhauses erläuterte Böttcher den rund 60 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, wie sich das Krankenhaus Buchholz für die Zukunft wappnen will. Böttcher betonte, dass es sich um erste Überlegungen handelt. "Wir müssen mit den Nachbarn Schritt halten, es geht um die Verteilung der Infrastruktur", betonte Böttcher. Heißt übersetzt: Wenn die Krankenhäuser in Winsen und Buchholz nicht auf den aktuellen baulichen und medizinischen Standard gebracht werden bzw. bleiben, lassen sich die Patienten in anderen Krankenhäusern behandeln, z.B. in Hamburg oder Lüneburg.
In Buchholz könnte sich baulich eine Menge tun. "Es ist zunehmend schwierig, die Alterserscheinungen unseres Krankenhauses zu kaschieren", betonte Böttcher. Hintergrund: Seit 1954 läuft der Betrieb ohne Unterbrechnung, Teile der Gebäude stammen aus der Nachkriegszeit. Mit Um- und Neubauten könne man für eine "anständige Unterbringung" der Patienten sorgen, u.a. mit den heute vielerorts üblichen Zwei-Bett-Zimmern. "Wenn jemand ein Einzelzimmer haben möchte, sollte er das auch bekommen können", sagte Böttcher.
Ebenfalls angedacht ist ein digitales Krankenhaus für den Landkreis Harburg. Die Idee: Durch Digitalisierung und optimale Vernetzung überwinden die Krankenhäuser in Buchholz und Winsen sowie die Waldklinik in Jesteburg die örtlichen Grenzen und schaffen eine telemedizinische Einheit. So könnte u.a. ein Spezial-Arzt eine Operation aus der Ferne beobachten und ggfs. eingreifen, indem ihm alle Daten und Parameter auf seinen Computer geschickt werden.
Mit diesen Maßnahmen könnten die Standorte in Buchholz und Winsen gestärkt werden, auch wenn sie vergleichsweise klein sind. Hintergrund: Laut Böttcher gibt es Überlegungen, Krankenhäusern künftig eine Mindest-Bettenzahl von 500 zu verordnen. In Buchholz gibt es derzeit 291 Betten, in Winsen sind es 255. Mit der Modernisierung könne man auch mit zwei kleineren Häusern wettbewerbsfähig bleiben. Böttcher erteilte Überlegungen eine Absage, ein zentrales neues Krankenhaus für den Landkreis Harburg z.B. in Seevetal zu bauen. Das sei nicht zukunftsfähig und würde die Abwanderung der Patienten in die Nachbarkreise bzw. -städte forcieren.
Ein großes Problem muss Norbert Böttcher noch vor der eigenen Haustür lösen. Während es in Winsen ein zukunftsweisendes Projekt zur Bewältigung des Verkehrs und Parkens gibt, werden in Buchholz nach wie vor dringend weitere Parkplätze benötigt. Immer wieder im Gespräch ist eine Parkpalette in einem heruntergekommenen Waldstück zwischen Krankenhaus und Schützenplatz. Offenbar spielt Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse bei dem Thema auf Zeit. Er hatte eine Strategie zur Lösung der Parkplatzprobleme bis Februar angekündigt. Tatsächlich hat er bislang noch nichts vorgelegt.