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Ziel: Ohne Minus durchs Jahr kommen

Der Baubetriebshof am Heidekamp in Buchholz soll künftig effizienter arbeiten

Arbeit des Baubetriebshofs in Buchholz soll neu strukturiert werden / Diskussion um Personalkosten

os. Buchholz. Das Ziel ist ehrgeizig: Im kommenden Haushaltsjahr soll der Baubetriebshof (BBH), ein Eigenbetrieb der Stadt Buchholz, ohne Fehlbetrag über die Runden kommen. In den kommenden Jahren wird sogar ein Überschuss angestrebt. Im vergangenen Jahr musste die Stadt aus dem eigenen Etat noch einen Fehlbetrag von mehr als 265.000 Euro decken, in diesem Jahr soll das Minus bei 28.700 Euro liegen.
Um die Effizienz des Baubetriebshofs zu steigern, sollen neue Strukturen geschaffen werden, die in einer Rahmenvereinbarung festgehalten sind. Wichtigste Neuerung: Die Verwaltung vergibt ihre Aufträge künftig schriftlich und nicht mehr auf Zuruf. Dadurch kann die Stadt das Angebot des Baubetriebshofes besser mit dem von privaten Konkurrenten vergleichen. „Bislang glich die Vertragsaufgabe von der Stadt an den Baubetriebshof eher einer Mauschelei“, sagt Arno Reglitzky, Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion. Er räumt ein, dass der gesamte Rat bei der Überprüfung der (Bau-)Arbeiten durch den BBH „nicht aufgepasst“ habe.
Reglitzky und der stv. Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Frank Piwecki, halten den nun eingeschlagenen Weg für richtig. Deshalb wollten FDP und SPD der Verwaltungsvorlage in der Ratssitzung am gestrigen Dienstag zustimmen. Es müsse in den kommenden Monaten aber noch weitere Verbesserungen geben. „Die jetzige Vorlage der Verwaltung ist mir zu bürokratisch“, bemängelt Reglitzky.
Noch nicht geklärt ist z.B., ob der BBH künftig wieder einen Leiter bekommen soll. Das hatte die SPD beantragt. Kosten: rund 95.000 Euro pro Jahr. Die Verwaltung hatte dagegen vorgeschlagen, auf einen Leiter zu verzichten und diese Arbeit stattdessen von einem Disponenten durchführen zu lassen, der in der Verwaltung sitzt. „Unsere Fraktion vertritt in dieser Frage differenzierte Positionen“, sagt Frank Piwecki. Die SPD stehe der von der Verwaltung vorgeschlagenen Alternative aufgeschlossen gegenüber. Für Piwecki ist eine mehrmonatige Testphase mit einem Disponenten vorstellbar.
Reglitzky sieht noch Optimierungsbedarf bei den Personalkosten. Derzeit arbeiten beim BBH auf 46,5 Vollzeitstellen 49 Mitarbeiter - eine stattliche Anzahl für einen Betrieb, der nur einen Auftraggeber hat, finden Beobachter. Trotzdem sollen die Kosten noch einmal um mehr als 120.000 Euro pro Jahr steigen. Das liegt u.a. daran, dass die Verwaltung künftig einen Baumkontrolleur beim BBH einsetzen möchte. Darüber hatte es in der jüngeren Vergangenheit heftige Diskussionen gegeben (das WOCHENBLATT berichtete). „Wir werden es nicht zulassen, dass der Baumkontrolleur jetzt quasi durch die Hintertür eingeführt wird“, kritisiert FDP-Mann Reglitzky. Seine Fraktion werde darauf dringen, die Kosten für den Baumkontrolleur an anderer Stelle einzusparen.
Vielleicht gibt es im Zuge der neuen Transparenz ja auch Kontrollen der Arbeiten des BBH durch die Stadtverwaltung. Dem WOCHENBLATT wurden Beobachtungen von Nutzern städtischer Gebäude mitgeteilt. Sie berichten davon, dass manchen BBH-Mitarbeitern das ausgedehnte Frühstück wichtiger war als das zügige Abarbeiten des Auftrags.