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Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein „Verfallsdatum“

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Auch nach der angegebenen Mindesthaltbarkeit kann das Produkt verzehrt werden (Foto: fotolia/shootingankauf)
(cbh). Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum (MDH) sind häufig noch gut verwendbar. Allerdings sollte man sich grundsätzlich – auch vor Ablauf des MHD – davon überzeugen, dass sie noch nicht verdorben sind. Augen, Nase und Zunge sind gute Kontrolleure. Bei untypischem Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz sollte das Produkt weggeworfen werden.

Im Handel löst ein abgelaufenes MHD kein Verkaufsverbot aus. Anbieter sind aber verpflichtet, sich davon zu überzeugen, dass das betreffende Lebensmittel einwandfrei ist. Der Preis muss nicht reduziert werden. Häufig ist das aber der Fall, weil die Produkte schnell abverkauft werden sollen.

Anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Verbrauchsdatum zu bewerten. Es steht auf leicht verderblichen Lebensmitteln als „zu verbrauchen bis…“ und ist auch wörtlich gemeint: Nach Ablauf des Verbrauchsdatums darf das Lebensmittel nicht mehr verkauft werden und es gehört tatsächlich in den Abfall. Verbrauchsdatum und MHD dürfen daher nicht erwechselt werden.

Als Vorsichtsmaßnahme und möglicherweise auch, weil viele Konsumenten das MHD falsch verstehen, wandern viele Lebensmittel in den Müll, die noch gut verkauft und verzehrt werden könnten. Das ist nicht nur „rausgeworfenes“ Geld, sondern auch ökologisch und ethisch problematisch: Wesentliche Mengen an Lebensmitteln werden produziert, verarbeitet, verpackt, transportiert und gelagert – und dann vernichtet. Die Verschwendung von Rohstoffen führt zu einer unnötigen Verknappung und treibt die Preise in die Höhe.

Schätzungen zufolge landen in Deutschland pro Jahr bis zu 20 Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Abfall – pro Person im Wert von 330 Euro.
Eine Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ergab, dass 84 Prozent der Verbraucher Nahrungsmittel wegwerfen, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen oder die Ware verdorben ist. Häufig sind zu große Packungen der Grund dafür – oder es wird schlichtweg zu viel eingekauft.
Quellen: Verbraucherzentrale Bundesverband, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft