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Heinz Strunk („Fleisch ist mein Gemüse“-Autor) liest aus „Der goldene Handschuh“ in der „Empore“

Wann? 18.10.2016 20:00 Uhr

Wo? Empore, Breite Straße 10, 21244 Buchholz DE
Das aktuelle Werk von Heinz Strunk kommt ohne autobiographische Züge aus - ist aber trotzdem ein „Strunkbuch“ ganz und gar (Foto: Dennis Dirksen)
Buchholz: Empore | nw/tw. Buchholz. Wer hätte es gedacht, dass das Veranstaltungszentrum „Empore“ (Breite Str. 10) in Buchholz als Auftrittsort einen Teil zum „künstlerischen Frühwerk“ von Heinz Strunk beigetragen hat. Obwohl die Bühne in der satirischen Betrachtung seiner Zeit als Musiker der örtlichen Top40-Band „Tiffanys“ und dem daraus folgenden Bestseller „Fleisch ist mein Gemüse“ (glücklicherweise) nicht genannt wird, so war sie doch Teil dieser seltsamen Jahre für den (heute) ambitionierten Künstler. Der deutsche Entertainer und Autor erinnert sich jedenfalls noch gut an die „Empore“ und insofern ist seine Rückkehr mit dem hochgelobten literarischen Werk „Der goldene Handschuh“ für den Künstler sicher ein besonderes Vergnügen. Dieses präsentiert Heinz Strunk in einer Lesung am Dienstag, 18. Oktober, um 20 Uhr in der „Empore“.
Dieser phantastisch düstere, grell komische und unendlich traurige Roman ist der erste des Autors, der ohne autobiographische Züge auskommt. Ein „Strunkbuch“ ist es trotzdem ganz und gar. Sein schrecklicher Held heißt Fritz Honka - für in den 1970er Jahren aufgewachsene Deutsche der schwarze Mann ihrer Kindheit, ein Frauenmörder aus der untersten Unterschicht, der 1976 in einem spektakulären Prozess schaurige Berühmtheit erlangte. Honka, ein Würstchen, wie es im Buche steht, geistig und körperlich gezeichnet durch eine grausame Jugend voller Missbrauch und Gewalt, nahm seine Opfer aus der Hamburger Absturzkneipe „Zum Goldenen Handschuh“ mit. Strunks Roman taucht tief ein in die infernalische Nachtwelt von Kiez, Kneipe, Abbruchquartier, deren Bewohnern das mitleidlose Leben alles Menschliche zu rauben droht. Mit erzählerischem Furor, historischer Genauigkeit und ungeheurem Mitgefühl zeichnet er das Bild einer Welt, in der nicht nur der Täter gerichtsnotorisch war, sondern auch alle seine unglücklichen Opfer. Immer wieder unternimmt der Roman indes Ausflüge in die oberen Etagen der Gesellschaft, zu den Angehörigen einer hanseatischen Reederdynastie mit Sitz in den Elbvororten, wo das Geld wohnt, die Menschlichkeit aber auch nicht unbedingt. Am Ende treffen sich Arm und Reich in der 24-Stundenkaschemme am Hamburger Berg, zwischen Alkohol, Sex, Elend und Verbrechen: Menschen allesamt, bis zur letzten Stunde geschlagen mit dem Wunsch nach Glück.
• Karten ab 16,40 Euro (Varieté-Bestuhlung) an der „Empore“-Kasse, unter Tel. 04181 - 287878 oder www.empore-buchholz.de erhältlich.