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Krampfadern dauerhaft beseitigen

Chefarzt Dr. Holger Meisel (Foto: oh)
 
Chefarzt Dr. Michael Scheruhn (Foto: oh)
(nf). Nie sind sie so lästig wie bei warmem Wetter: Krampfadern. Die blauen Muster auf den Beinen stören nicht nur in sommerlicher Garderobe, sie gehen auch einher mit Wassereinlagerungen und Schweregefühl. Wer die Varizen, so der medizinische Fachausdruck, loswerden möchte, hat die Auswahl unter zahlreichen Methoden. Dr. Michael Scheruhn und Dr. Holger Meisel, Chefärzte für Viszeralchirurgie an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen, erklären, welche sie für die beste halten.
Das Herz pumpt mindestens fünf Liter Blut pro Minute durch die Adern. So gelangen Sauerstoff und Nährstoffe vom Kopf bis in den kleinen Zeh. Die Venen haben die Aufgabe, das sauerstoffarme Blut wieder zum Herzen zurückzutransportieren. Damit sie das können, besitzen die Venen kleine Klappen, die wie Rückflussventile funktionieren. Schließen die Klappen nicht mehr richtig, staut sich das Blut zurück. Die Venen erweitern sich infolge des erhöhten Drucks und werden als geschlängelte Linien sichtbar. Eine ererbte Bindegewebsschwäche, aber auch Bewegungsmangel und Übergewicht sowie langes Stehen und Sitzen begünstigen die Veneninsuffizienz.
Krampfadern sind keineswegs nur ein kosmetisches Problem. Sie erhöhen die Gefahr von Geschwüren, Venenentzündung und von Thrombosen, weil Blut, das langsam fließt, leichter verklumpt. Das kann im schlimmsten Fall eine Thrombose oder Lungenembolie zur Folge haben.
Die am häufigsten angewandte Methode der Krampfaderbeseitigung ist das Herausziehen der betroffenen Vene („Stripping“). Alternativverfahren bestehen darin, die größte oberflächliche Vene (Vena saphena magna), die von der Ferse bis zur Leiste verläuft, zu verkochen oder zu verkleben, so dass kein Blut mehr darin fließen kann. Verfahren, die Dr. Meisel und Dr. Scheruhn nicht anwenden. Mit gutem Grund. Denn der Ursprungsort der Krampfadern ist der Venenstern in der Leiste. Am Venenstern mündet die große oberflächliche Vene in das tiefer gelegene Venensystem, in dem 90 Prozent des Blutes fließen. Von diesem Knotenpunkt zweigen viele kleine sternförmig angelegte Venen in den Schambereich, in Hüfte, Oberschenkel und Unterbauch ab.
Wird der Venenstern nicht mitbehandelt, steigt die Gefahr, dass Venengewebe nachwächst und erneut Krampfadern entstehen. Diese lassen sich nur noch schwer beseitigen, weil bei Eingriffen im vernarbten Gewebe leichter Gefäße verletzt werden und die Blutungsgefahr steigt, so die Erfahrung von Dr. Meisel.
Anders beim Stripping, dem Verfahren, das in beiden Krankenhäusern seit Jahren mit großem Erfolg angewandt wird: Dabei wird die Mündung der Oberflächenvene freigelegt, durchtrennt und der Venenstumpf vernäht. Dann wird durch einen Zugang am inneren Unterschenkel die erkrankte Vene herausgezogen. Auf diese Weise werden auch die nicht mehr funktionstüchtigen Verbindungswege zum tiefer liegenden Venensystem für immer beseitigt.
Dank des Einsatzes neuer Instrumente sind die Hautschnitte inzwischen winzig und die Narben später kaum noch zu sehen, betont Dr. Scheruhn, der mit der Sektion Gefäßchirurgie über große Expertise auf dem Gebiet der Krampfaderbehandlung verfügt.
Die Operation wird ambulant und in Narkose durchgeführt. Um Schwellungen vorzubeugen, müssen anschließend mindestens sechs Wochen Kompressionsstrümpfe getragen werden. Bewegung fördert den Heilungsverlauf.
• Nähere Informationen in den Sekretariaten der Abteilungen, Tel. 04181 – 131201 (Buchholz) und 04171 – 4201 (Winsen).