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Nachahmung oder Original?

Optisch sehr ähnlich: die Notfall-Beatmungsgeräte der Firma Weinmann (li.) und die dazugehörigen Produktimitationen aus China (Foto: Aktion Plagiarius e.V.)

Ausstellung in der Buchholz Galerie macht auf Plagiats-Problematik aufmerksam


as. Buchholz. „Die Ausstellung ist ein Hingucker, viele Besucher bleiben stehen und schauen sich unsere Exponate an“, freut sich Christine Lacroix vom Verein „Aktion Plagiarius“, der noch bis zum 17. September mit der Ausstellung „Plagiarius – Original vs. Fälschung“ im Einkaufszentrum Buchholz Galerie (Breite Straße 16) zu Gast ist. Ausgestellt werden einige der dreistesten Produktfälschungen und die dazugehörigen Originale.
Der Verein „Aktion Plagiarius“, der in Solingen ein Museum betreibt, möchte mit seinen Ausstellungen, Vorträgen und dem Negativpreis „Plagiarius“, der seit 1977 an Hersteller besonders dreister Nachahmungen vergeben wird, öffentlich auf die Problematik von Produktimitationen hinweisen.
Egal ob Uhren, Parfüm, Spielzeug oder Küchengeräte, das Geschäft mit Plagiaten und Fälschungen boomt. „Man sollte sich bei seiner Kaufentscheidung damit auseinandersetzen“, betont Christine Lacroix. So seien vor allem Urlauber anfällig für vermeintliche Schnäppchen aus dem Ausland.
Ein öffentliches Bewusstsein für die Problematik von Produktimitationen, die häufig als Kavaliersdelikt abgetan werden, sei noch nicht vorhanden. Schließlich richten die Fälschungen nicht nur wirtschaftlichen Schaden bei den Originalherstellern an, sondern können auch die Gesundheit gefährden.
„Die Käufer der Nachahmungen machen sich oft keine Gedanken, was der niedrige Preis bedeutet“, so Lacroix. Die Herstellungsbedingungen, die mangelnde Qualität der Produkte und die Tatsache, dass die Produktimitatoren zum organisierten Verbrechen gehören, würden oft außer Acht gelassen. Gerade Trendartikel, wie z.B. nachgemachte Ray-Ban-Sonnenbrillen, sind im Urlaub oft günstig auf Märkten zu erhalten. Dass den Brillen dann der UV-Schutz fehlt oder die Rot-Grün-Unterscheidung erschwert wird, merken die Käufer erst wenn es zu spät ist.
Besonders bedrohlich wird der Pfusch im Bereich der medizinischen Geräte. Das Notfall-Beatmungsgerät der Firma Weinmann, welches auch in der Galerie ausgestellt ist, wurde von einer chinesischen Firma fast originalgetreu nachgebaut. Das Plagiat ist jedoch nicht so gut zu regulieren wie das Original, außerdem wurde bei Tests festgestellt, dass die angezeigten Werte nicht mit den tatsächlichen übereinstimmen. Die Folgen einer fehlerhaften Sauerstoffversorgung können für die Patienten lebensbedrohlich sein.
Christine Lacroix warnt jedoch vor einer vorschnellen Verurteilung von Herstellern aus China, schwarze Schafe gäbe es auch in Deutschland.