Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Sicherheit im Ausland: Grüne Karte und Europäischen Unfallbericht mitführen

Falls man im Auslandsurlaub in einen Unfall verwickelt wird, ist es gut, wenn man Vorsorge getroffen hat (Foto: Autoreporter)

ah. Etwa die Hälfte aller deutschen Urlauber verreist mit dem Auto. Ein Unfall kann die Urlaubsfreude jedoch schnell trüben. Der Anwaltverein Stade empfiehlt bei einer Fahrt ins Ausland die Mitnahme von wichtigen Dokumenten. Wer jetzt mit dem Automobil in den Urlaub fährt, sollte Vorsorge treffen.

Schon ein simpler Auffahrunfall kann die Reiseplanung gründlich vermiesen, zumindest bei mangelhafter Vorbereitung. Vor einer Fahrt ins Ausland sollten sich Reisende mit Auslandsplänen mit der „Internationalen Versicherungskarte für Kraftverkehr“ ausstatten, umgangssprachlich als Grüne Karte bekannt. Jeder Halter eines Fahrzeuges kann sie kostenlos bei seiner KFZ-Versicherung beantragen. „Die Karte ist ein unmissverständliches Zeichen, dass der Wagen versichert ist“, erläutert Rechtsanwalt Christian Denkeler, Vorsitzender des Anwaltvereins Stade.
In einigen Ländern muss die Grüne Karte stets mitgeführt werden, andere verlangen die Vorlage im Fall eines Unfalls. Dort aufgeführt sind außerdem die eigene Versicherungsnummer und die Adressen der ausländischen Gesellschaften, die im Schadenfall Regulierungshilfe leisten.
Zu empfehlen ist außerdem das Mitführen eines europäischen Unfallberichts. Der Bericht ist in Aufbau und Inhalt immer identisch gestaltet – unabhängig von der Sprache des Dokuments. So können Fehler und Missverständnisse bei dem korrekten Ausfüllen vermieden werden.
Ist ein Unfall passiert, sollte nach Möglichkeit die lokale Polizei benachrichtigt werden, um den Unfall aufzunehmen. Außerdem empfiehlt sich eine eigene Sicherung von Beweismitteln. Rechtsanwalt Christian Denkeler erklärt: „Man sollte nach einem Unfall sofort stehenbleiben und die Situation und Stellung der Fahrzeuge fotografieren, solange sie unverändert sind.“ Daten wie Name und Anschrift, Kennzeichen, Typ des Fahrzeugs, Haftpflichtversicherung und Unterschrift des Unfallgegners sollten notiert werden. Auf keinen Fall sollten Schriftstücke unterschrieben werden, deren Inhalt wegen sprachlicher Probleme nicht verstanden werden können.
Geltend machen lässt sich ein Schaden im Ausland beim Unfallverursacher oder dessen Haftpflichtversicherer. Falls der Unfallverursacher aus der EU kommt, lassen sich die Ansprüche auch in Deutschland geltend machen. Dies wird über den Schadensregulierungsbeauftragten der ausländischen Versicherung geregelt. Was zu bevorzugen ist, muss der Einzelfall entscheiden. „Es gilt grundsätzlich das Recht des Landes, in dem sich der Unfall ereignet hat“, weiß Rechtsanwalt Denkeler vom Anwaltverein Stade, und betont die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern: „In Italien ist es beispielsweise so, dass bei einem Personenschaden weitaus höhere Beträge dort vor Ort gezahlt werden, als wenn man es über einen Regulierungsbeauftragten in Deutschland regeln lässt.“ Problematisch kann es bei Überführungskosten, Mietwagen, Gutachten oder notwendigen Übernachtungen werden.
Dementsprechend sollten Unfallbeteiligte sich genau informieren, welche Herangehensweise sich für ihre Lage empfiehlt. Mit dem jeweiligen Landesrecht vertraute Anwälte bzw. Anwältinnen bieten in diesem Fall wertvolle Orientierung.
Sie sind betroffen und benötigen Unterstützung? Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Ihrer Nähe finden Sie unter: www.anwaltauskunft.de