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Spiel des Monats: Jolly & Roger - Fertig machen zum Entern!

 
Die vier Schiffe werden ausgelegt, ebenso die verdeckten Handkarten. Jeder Spieler erhält eine Schatzkiste und vier Kapitäne, Spieler schwarz ist hier erster "Aufteiler"
(os). "Die beiden einzigen, die nach einem Fass Rum noch stehen konnten, waren die draufgängerische Julienne Garcon, genannt 'Jolly', und der exzentrische Jack 'Roger' Hummingbird." So steht es in der Spielanleitung von "Jolly & Roger", dem WOCHENBLATT-Spiel des Monats Februar. Die Aufgabe der beiden Spieler in diesem Zweier-Kartenspiel des Verlags Abacusspiele ist es, durch geschicktes Verteilen von Piraten-Handkarten Jolly oder Roger zum Sieg zu verhelfen. Fertig machen zum Entern, ihr Landratten ... ARRR!
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Die vier Schiffe werden in der Mitte des Spieltisches verteilt. Von 43 Handkarten werden drei in die Packung zurückgelegt. Das Spiel verläuft dann über acht Runden à fünf Karten.
Ein Spieler ist der sogenannte "Aufteiler". Er nimmt die obersten fünf Handkarten und teilt sie in zwei Stapel auf. Der Gegner ist der "Auswähler" und nimmt sich nun einen der beiden Handkarten-Stapel, der andere Stapel verbleibt beim "Aufteiler". Der "Auswähler" spielt zuerst nach und nach alle Karten aus. Er hat dabei zwei Zugmöglichkeiten: Er kann mit der Karte seine Mannschaft verstärken. Dafür legt er die Karte an das gleichfarbige Schiff an. Wahlweise kann er die Karte auf die Rückseite drehen und als Papagei verwenden. Diese Karte darf an jedes Schiff angelegt werden, egal welche Farbe die Piraten auf der Vorderseite haben. Nachdem die Karte angelegt ist, wird sofort geprüft, welche Mannschaft die Überhand an diesem Schiff hat. Der Spieler mit der Mehrheit setzt einen seiner Piraten auf das Schiff. Bei Gleichstand wird ein Kapitän von dem Schiff entfernt.
Die Mehrheit zu haben, ist wichtig für die zweite Zugmöglichkeit: Steht sein Kapitän auf dem entsprechenden Schiff, darf der Akteur die Handkarte zum Entern nutzen. Er legt die Karte unter seine Schatzkiste. Sie zählt am Spielende entsprechend viele Siegpunkte, zwischen zwei und fünf.
Nachdem der "Auswähler" alle Handkarten angelegt hat, spielt nun der "Aufteiler" nach den selben Regeln seine Karten. Dann wird aus dem "Auswähler" der "Aufteiler" der nächsten Runde. So werden insgesamt acht Runden gespielt.
Am Ende des Spiels werden noch die Schiffe verteilt - sie bringen 3, 5, 7 und 9 Siegpunkte. Wer zusammen mit seinen Handkarten unter der Schatztruhe die meisten Siegpunkte ergattert hat, gewinnt.
Fazit: "Jolly & Roger" ist ein tolles Kartenspiel, das bis zum Schluss spannend bleibt. Von der Altersangabe "ab acht Jahren" sollte man nicht schließen, es mit einem einfachen Kinderspiel zu tun zu haben. Die Zusammenstellung der beiden Kartenstapel und die Auswahl ist mitunter gar nicht so einfach. Stets steht man vor der Entscheidung, ob man schnell ein paar Siegpunkte durchs Entern mitnimmt oder langfristig denkt und sich ein Schiff für die Endwertung sichert, das viele Siegpunkte ergibt. Gerade diesen Aspekt lässt man in den ersten Spielrunden gerne außer Acht.
Mit der Profiversion, in der drei zusätzliche Kartentypen ins Spiel kommen, bekommt "Jolly & Roger" zusätzlichen Pep. Wer mit allen Karten spielt, kommt auf zehn Spielrunden. Doch selbst dann dauert das Spiel selten mehr als 30 Minuten - was eine Revanche immer möglich macht. Ich habe diese bislang immer gern mitgespielt.
Jolly & Roger, zwei Spieler, ab acht Jahren, Verlag: Abacusspiele, Autoren: Shaun Graham und Scott Huntington, Dauer: ca. 20 - 30 Minuten, Preis: ca. 16 Euro
Kategorie: Kartenspiel für zwei Personen
Wertung: 8 von 10 Punkten

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