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"Sympatische Unzulänglichkeiten"

Brille, Mütze und beige Jacke: So spielt Uwe Lyko seine bekannte Figur "Herbert Knebel" (Foto: Thomas Willemsen)

WOCHENBLATT-Interview mit Kabarettist Uwe Lyko alias Herbert Knebel vor seinem Auftritt in Buchholz

os. Buchholz. "Boah, glaubse … ich sach’ Sie!" Seit 28 Jahren beginnt Kabarettist Uwe Lyko (62) viele Beiträge seines Ruhrpott-Alter Egos Herbert Knebel mit diesen bekannten Worten. Vor dem Auftritt von "Herbert Knebels Affentheater" am Samstag, 29. Oktober, im Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore sprach WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander mit Uwe Lyko über seinen Erfolg und sein Verhältnis zu den drei Affentheater-Mitgliedern - Martin Breuer ("Ernst Pichel", Bass), Georg Göbel ("Ozzy Ostermann", Gitarre) und Detlef Hinze („Trainer“, Schlagzeug).
WOCHENBLATT: Wie oft werden Sie auf der Straße mit Herbert angesprochen?
Uwe Lyko: Das passiert schon recht häufig, viele reden mich aber auch mit 'Herr Lyko' an, wenn sie mich erkennen. Das Gute ist: Ich kann relativ unbehelligt öffentliche Orte aufsuchen, ohne ständig belagert zu werden. Ich habe ein sehr angenehmes Publikum.
WOCHENBLATT: Überrascht es Sie, dass Sie mit einer Figur schon so lange Erfolg haben - auf der Bühne und im Fernsehen?
Lyko: Eigentlich ja, weil der Erfolg nicht geplant war. Die Figur von Herbert Knebel ist beim Improvisieren entstanden und war als ambitioniertes Feierabend-Projekt gedacht. Dann hat sich der Erfolg langsam, aber stetig aufgebaut. Heute stehe ich nach einem Auftritt manchmal im eigenen Stau und denke: 'Wahnsinn, die sind alle deinetwegen gekommen'.
WOCHENBLATT: Neben ihrem Soloprogramm sind Sie regelmäßig mit dem Affentheater auf Tour. Passiert es nach so vielen Jahren des gemeinsames Auftretens, dass Sie sich mal richtig auf den Senkel gehen?
Lyko: Nein. Zum einen sind die Verhältnisse auf der Bühne klar: Ich bin der Frontmann, lasse aber Martin, Georg und Detlef genügend Spielraum für ihre Charaktere. Zudem hat sich schnell ergeben, dass wir privat nicht so viel miteinander zu tun haben. Wir müssen nicht ständig zusammen essen oder ins Kino gehen.
WOCHENBLATT: Gibt es Themen, die Sie auf der Bühne nicht anfassen?
Lyko: Sexismus und Rassismus haben bei uns nichts zu suchen - und wir machen und auch über B-Promis nicht lustig. Der Erfolg kommt aus den sympatischen Unzulänglichkeiten und den komischen Alltagsgeschichten von Herbert Knebel.
WOCHENBLATT: Worauf können sich die Zuschauer in Buchholz freuen?
Lyko: Es ist ein typisches Affentheater-Programm mit einem Mix aus Solostücken von Herbert Knebel, Sketchen des ganzen Ensembles und diversen Musiknummern.
WOCHENBLATT: Herr Lyko, vielen Dank für das Gespräch.