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Kriegt Trainer Birkner beim Erstligisten noch die Kurve?

SGH-Trainer Steffen Birkner kann es mit den Rosengarten- "Luchsen" noch packen

HANDBALL: WOCHENBLATT sprach mit dem Coach der SGH Rosengarten-BW Buchholz über die sportliche Situation und seine Zukunftspläne

(cc). Seit Monaten haben die Rosengarten-„Luchse“ der SGH Rosengarten-BW Buchholz den letzten Tabellenplatz in der Handball-Bundesliga der Frauen nicht verlassen. Abstiegskampf pur, quasi seit Saisonbeginn. Verständlich, dass die Spielerinnen Nerven zeigen und der Trainer dünnhäutiger auf Journalistenfragen reagiert. Klar auch, dass der Mann „einen dicken Hals“ bekommt, weil die Erwartungshaltung an seine Mannschaft höher als die tatsächliche Qualität ist.
„Dass die Mannschaft nach Erfolgserlebnissen lechzt, dürfte kein Geheimnis sein“, bestätigt der Rosengarten-Coach Steffen Birkner im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Natürlich schmeichelt es ihm, wenn in den Medien vermerkt wird, dass das Birkner-Team sich einsatzfreudig zeige und sich auch spielerisch in der Bundesliga verbessert hätte. Zählbares gab es aber in der bisherigen Saison zu wenig.
Allein in diesem Jahr gab es fünf Niederlagen am Stück. Folge: Die Fans kommen als Stimmungsmacher nicht mehr so zahlreich zu den Heimspielen. Zudem steigt die Enttäuschung bei erfahrenen Spielerinnen des Teams, die mit dieser Situation viel mehr Probleme als die Neuen haben. Kein Wunder, fuhren sie doch früher Siege wie am Fließband ein. „Die Rahmenbedingungen sind schwierig. Ich kenne meine Baustellen“, betont der Rosengarten-Coach. „Vor allem jetzt braucht die Mannschaft dringender denn je die Unterstützung der Fans.“ Birkner verheimlicht seine Enttäuschung nicht, dass im Heimspiel vor einer Woche gegen einen attraktiven Gegner wie den Tabellendritten TuS Metzingen nur 220 Zuschauer (davon 60 aus Metzingen) in die Nordheidehalle kamen.
Das kann allerdings am heutigen Samstag (Anwurf: 19 Uhr) gegen den Tabellenachten HSG Blomberg-Lippe schon ganz anders sein. Denn die eigenen Fans wissen auch, dass es der Mannschaft hilft, wenn sie ihr Team für ihren Kampfgeist und ihre Leidenschaft mit mehr Zuspruch belohnen. Keine Frage, dass die Mannschaft diese Fan-Liebe verdient hat.
Wer den Trainer allein für die derzeitige Ergebnis-Misere verantwortlich machen will, der ist auf dem Holzweg. Denn viele Verletzungsprobleme von Leistungsträgerinnen wie „Nicki“ Steinfurth warfen in dieser Saison Birkners Team immer wieder zurück. Hinzu kam, dass für Neuverpflichtungen die finanziellen Mittel fehlten. Hat Steffen Birkner, der nur bis Saisonende einen Vertrag hat, ob der vielen Baustellen schon ans Aufhören gedacht? „Bislang noch nicht, denn ich freue mich über jeden Tag, an dem ich als Erstliga-Trainer arbeiten darf.“ Es ist durchaus möglich, dass Birkner weiter an der Seitenlinie stehen wird: Es habe in den vergangenen Wochen schon Gespräche über eine Vertragsverlängerung gegeben, verrät Birkner. Es habe von beiden Seiten Interesse gegeben, den Vertrag zu verlängern. Die Frage, ob dieses Interesse auch bei einem Abstieg aus der ersten Bundesliga gilt, wollte Birkner nicht beantworten.
Der Vertrag beim Buxtehuder SV, bei dem Steffen Birkner parallel zu seinem SGH-Trainerjob als Jugendkoordinator tätig ist, endet nach dieser Saison. Am 1. Juli wird der (Noch-)Trainer des TuS Jahn Hollenstedt (3. Liga Frauen), Lars Dammann, als hauptamtlicher BSV-Trainer die Arbeit von Birkner beim Nachbarn weiterführen.
Wie sieht Steffen Birkner die Chancen auf einen Klassenerhalt der Mannschaft in der Bundesliga: „Jetzt beginnen die Wochen der Wahrheit für meine Mannschaft. Wir müssen unbedingt punkten“, zeigt sich Birkner kämpferisch.
Den ersten Punktgewinn möchte er schon an diesem Samstag gegen Blomberg-Lippe einfahren. Dem sollen möglichst Siege im Auswärtsspiel am 27. Februar beim punktgleichen Tabellenvorletzten Celle (beide 2:28 Zähler) und am 5. März zu Hause gegen den Drittletzten Göppingen (4:26) folgen. „In diesen Partien haben wir realistische Chancen, aber leicht werden die Aufgaben für uns nicht,“ betont der Coach, und fügt dem hinzu: „Mit Erfolgen könnten wir die Abstiegsplätze endlich verlassen.“