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Skandalspiel in Elstorf hat sich nicht wiederholt

Die Gäste-Fans versuchten mit Spruchbändern zu provozieren - vergeblich
 
Mehr als 200 Fans waren zum Fußballspiel der Bezirksliga Lüneburg gekommen, um ihre Mannschaft des TSV Elstorf im Abstiegskampf zu unterstüzten. Am Ende gewann der Favorit TuS Celle FC mit 2:0

Polizei musste im "Sicherheitsspiel" Fußball-Fans schützen – Favorit TuS Celle siegte vor 200 Zuschauern mit 2:0 gegen den TSV Elstorf

(cc/os). Drei Mal so viele Ordner wie üblich, deutlich mehr Fans, strenge Einlasskontrollen, Polizisten mit speziell ausgebildeten Hunden - schon die äußeren Umstände machten deutlich, dass das vom Sportgericht angewiesene Wiederholungsspiel zwischen den Fußball-Bezirksligisten TSV Elstorf und dem TuS Celle FC am vergangenen Mittwochabend eine spezielle Partie war. Nach dem Pyro-Skandal im vergangenen Dezember blieb es dieses Mal ruhig, die Partie endete vor mehr als 200 Besuchern mit einem 2:0-Sieg der favorisierten Gäste aus Celle durch Tore von Hans-Martin Schneider (1. Minute) und Mathis Peters (86./Foulelfmeter).
Wie berichtet, hatte der Schiedsrichter das erste Aufeinandertreffen der Siebtligisten nach der Halbzeitpause abgebrochen, nachdem Anhänger des TuS Pyro-Technik gezündet hatten und der Unparteiische die Sicherheit aller Beteiligten nicht gewährleistet sah. Die Polizei musste anrücken, bei dem Einsatz wurden vier Beamte leicht verletzt. Das Sportgericht hatte in erster Instanz dem gastgebenden TSV den Sieg zugesprochen und gegen beide Teams eine Geldstrafe verhängt. Elstorf sollte wegen fehlender Sicherheitskräfte 300 Euro zahlen, Celle 500 Euro wegen der Fan-Randale. Gegen das Urteil legte Celle Einspruch ein, die TSV-Verantwortlichen nicht. Folge: In zweiter Instanz wurde die Strafe gegen Celle aufgehoben, gegen Elstorf dagegen bestätigt, zudem das Wiederholungsspiel angesetzt. Bis heute halten die Celler Verantwortlichen das Urteil im Gegensatz zum TSV für gerecht. Wie berichtet, will der niedersächsische Fußballverband als Konsequenz u.a. aus den Vorkommnissen in Elstorf seine Satzung ändern, sodass künftig Vereine für das Verhalten ihrer Fans haftbar gemacht werden können.
Der TSV hatte sich mit ungewöhnlich scharfen Sicherheitsmaßnahmen auf das Wiederholungsspiel vorbereitet. 18 Ordner standen an den Eingängen parat, jeder Besucher musste sich an einem Extraeingang einer Leibesvisitation unterziehen.
Folge: Pyro-Technik gelangte dieses Mal nicht ins Stadion, wohl aber Spruchbänder der TuS-Anhänger. Die Besucher, die zum TSV halten, ließen sich durch Statements wie „Vorsicht Hooligantouristen!“ oder „Wir zünden – Ihr zahlt!“ allerdings nicht provozieren.
„Ich hoffe, dass jetzt schnell wieder Normalität auf unseren Fußballplätzen einkehrt“, erklärte Elstorfs Fußballobmann Nils Gosebeck nach der Partie. Bei den künftigen Heimspielen will der TSV Elstorf sechs bis acht Ordner stellen, um ähnliche Vorkommnisse wie im Dezember zu vermeiden. Gosebeck dankte allen Beteiligten, die in einer Ausnahmesituation ehrenamtlich für Sicherheit gesorgt haben.
• Viele der Zuschauer wollen am morgigen Sonntag, 30. April, wiederkommen, wenn der TSV Elstorf im Kampf um den Klassenverbleib daheim gegen die ebenso abstiegsbedrohte Elf des MTV Borstel-Sangenstedt spielt. Anpfiff ist um 15 Uhr in Elstorf.

MOMENT MAL

Fans haben ein Recht darauf, angstfrei zum Spiel zu gehen

Wegen der zunehmen Gewalt im Fußball steht nicht nur die Faszination der Sportart auf dem Spiel, in Zukunft sollen auch die Vereine für das Fehlverhalten ihrer Zuschauer und Fans haftbar gemacht werden. Wenn die Sicherheit von Zuschauern, Spielern und Schiedsrichtern schon während eines Fußballspiels in den Amateurklassen nicht mehr gewährleistet werden kann, dann läuft etwas falsch. Bis zum Beginn der neuen Saison haben Vereine, Politiker und Verbände jetzt Zeit genug, um endlich die Dinge, die falsch gelaufen sind, zu analysieren und nach Lösungen zu suchen. Die fußballbegeisterten Fans haben schließlich ein Recht darauf, angstfrei zum Spiel ihrer Mannschaft zu gehen, und vor skandalösen Vorkommnissen geschützt zu werden.
Roman Cebulok