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"Wir haben die Mission erfüllt"

Zieht eine positive Bilanz: Vielseitigkeits-Bundestrainer Hans Melzer (Foto: archiv / cc)

WOCHENBLATT-Interview mit Vielseitigkeits-Bundestrainer Hans Melzer nach Erfolg der Olympia-Reiter

(os). Die Erleichterung bei Funktionären und Sport-Fans war deutlich spürbar: Die Vielseitigkeitsreiter holten am vergangenen Dienstag mit Silber in der Mannschaft sowie Gold für Michael Jung (34, Horb am Neckar) die ersten Medaillen für die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Kurz vor dem Rückflug von Hans Melzer (65) aus Brasilien in Richtung Deutschland sprach WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander mit dem Bundestrainer aus Luhmühlen über den Erfolg der Vielseitigkeitsreiter.
WOCHENBLATT: Wie haben Sie die beiden Medaillen gefeiert?
Hans Melzer: Die Nacht war deutlich kürzer als normal. Wir haben bis drei Uhr morgens im Deutschen Haus gefeiert. Das hatten wir uns alle nach den hart erkämpften Medaillen redlich verdient.
WOCHENBLATT: Vor den Olympischen Spielen hatten Sie zwei Goldmedaillen als Ziel formuliert. Jetzt sind es Gold und Silber geworden. Wie werten Sie den Wettkampf?
Melzer: Wir haben unsere Mission erfüllt. Im Gelände hatten wir leider zwei Reiter mit einem Fehler zu viel. Da wir vor dem abschließenden Springen noch Vierter waren, haben wir mit der Mannschaft Silber gewonnen und nicht Gold verloren.
WOCHENBLATT: Was sagen Sie zur Leistung von Michael Jung?
Melzer: Es war gigantisch, dass er nach der Goldmedaille bei Olympia 2012 in London mit dem selben Pferd (der 16-jährige Wallach Sam, d. Red.) noch einmal so triumphiert hat. Michael ist unglaublich cool und hat im Springparcours wie kaum ein anderer den Tunnelblick. Er kann alle äußeren Einflüsse ausblenden.
WOCHENBLATT: Wie empfinden Sie die Stimmung bei Olympia?
Melzer: Wir hatten zwar nicht so viele Zuschauer wie bei unseren Wettbewerben in Luhmühlen oder in England. Die Stimmung an
der Geländestrecke oder am Parcours war aber euphorisch und herzlich. Wir fühlten uns aufgrund der Lautstärke fast wie beim Fußball.
WOCHENBLATT: Was steht bei Ihnen in den kommenden Wo-chen an?
Melzer: Viel Zeit zum Ausspannen habe ich nicht. An diesem Wochenende bin ich zu Hause, am kommenden Wochenende haben wir Wettbewerbe mit den Jungen Reitern in Holland. Halt ‚Business as usual‘.“
WOCHENBLATT: Herr Melzer, vielen Dank für das Gespräch.