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Aus für die Bücherkate

Andrea Verdieck inmitten ihrer Bücherschätze. Der Abschied von ihrem Geschäft fällt ihr nicht leicht
 
Ein echtes Schmuckstück: Die Bücherkate in Buchholz
Am Heiligabend schließt die Bücherkate ihre Türen / Kein leichter Schritt für Andrea Verdieck

kb. Buchholz. Die Bücherkate im kleinen Fachwerkhaus an der Buchholzer Lindenstraße ist ein echtes Schmuckstück und den Menschen ans Herz gewachsen - jetzt schließen sich ihre Türen. Am Heiligabend hat der Buchladen zum letzten Mal geöffnet, danach gibt Buchhändlerin Andrea Verdieck, deren Mutter Eva Schulz die Bücherkate vor über 40 Jahren eröffnete, ihr Ladengeschäft auf. Ein Schritt, der ihr nicht leicht gefallen ist, denn die Bücherkate ist für Andrea Verdieck auch ein Stück Familiengeschichte.
Als Eva Schulz, die ab 1969 das "Bücherstudio" in der Harburger Straße in Buchholz betrieb, 1976 auf das kleine Fachwerkhaus an der Lindenstraße aufmerksam wurde, stand es kurz vorm Zusammenfall. Mit viel Arbeit und Herzblut verwandelte Eva Schulz das damals rund 250 Jahre alte Haus in einen Buchladen mit Charme und Charakter. 1978 wurde Eröffnung gefeiert - fortan war die Bücherkate ein Anziehungspunkt nicht nur für Leseratten. Ob Lesungen oder Ausstellungen: Eva Schulz und Andrea Verdieck schufen einen lebendigen Ort für Kultur und Austausch. Mutter und Tochter einte ihre große Liebe zu Büchern. "Auch als ich das Geschäft schon führte - meine Mutter blieb mein Ansprechpartner und meine Vertraute", erzählt Andrea Verdieck.
Jahrzehntelang war die Bücherkate Anlaufstelle für Buchliebhaber und Geschäftskunden. Hier konnte man einen Hauch Geschichte einatmen, dem hektischen Alltag für einen Moment den Rücken kehren. Doch das immer bedeutsamer werdende Geschäft im Internet wurde für die kleine Buchhandlung zum Problem. "Viele Kunden bestellen heute online, da ist es für einen kleinen Laden schwer, mitzuhalten", erzählt Andrea Verdieck. Hinzu kommt: Das Fachwerkhaus ist nur gemietet, viele wichtige Reparaturen am Haus wurden in den vergangenen Jahren vom Besitzer versäumt.
Der Abschied von der Bücherkate fällt der Buchhändlerin "furchtbar schwer". "Das ist mein Zuhause, ich habe hier viele tolle Dinge erlebt", erzählt Andrea Verdieck. Sie ist froh, dass ihre Mutter, die im Februar 2010 verstarb, die Schließung des Geschäftes nicht mehr miterlebt. Gleichzeitig versucht Andrea Verdieck, den Schritt positiv zu sehen. "Ich möchte in Zukunft all die Dinge tun, zu denen ich in den vergangenen Jahren nicht gekommen bin", erzählt sie. Ihren Kunden bleibt die Buchhändlerin aber erhalten. "Ich werde weiterhin über das Internet und telefonisch Buchbestellungen - egal ob aktuelle oder antiquarische Titel - entgegennehmen und die Bücher dann ausliefern", erzählt Andrea Verdieck.
Nach Heiligabend heißt es für sie jedoch erst einmal, Bücher zu sortieren, Regale auszuräumen und Abschied von der Bücherkate zu nehmen. "Das Mietverhältnis endet im Februar, da habe ich noch ein wenig Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen", sagt Andrea Verdieck. Ihre Kunden werden das besondere Flair der Bücherkate schmerzlich vermissen. Und alle Buchholzer werden gespannt sein, was mit dem alten Fachwerkhaus an der Lindenstraße passiert.
• Infos: www.bücherkate.de.