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EWE schmeißt Brückmann raus

Matthias Brückmann (Foto: EWE)

Vorstandschef des Energieversorgers will gegen Entscheidung gerichtlich vorgehen

(os). Matthias Brückmann (54) ist nicht mehr Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers EWE. Der Aufsichtsrat entschied am Mittwochabend nach einer Mammutsitzung mit 20:0 Stimmen, Brückmann mit sofortiger Wirkung fristlos zu entlassen. Gründe für die Demission sind eine Spende in Höhe von 253.000 Euro, die Brückmann offenbar eigenmächtig an die Stiftung des ehemaligen Box-Weltmeisters Witali Klitschko überwiesen haben soll, sowie eine „Vielzahl diverser grober Verfehlungen“. Brückmanns Anwalt hatte bereits während der Sitzung angekündigt, dass sein Mandant im Falle einer Entlassung gegen die Entscheidung vorgehen werde. Brückmann stand seit Oktober 2015 an der Spitze des Unternehmens. Die Landkreise Harburg und Stade sind mit jeweils 3,59 Prozent an der „Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH“ beteiligt, die wiederum 84 Prozent der Anteile an der EWE hält.
Die Entscheidung des Aufsichtsgremiums der EWE AG basierte u.a. auf einem Bericht der vom Aufsichtsrat beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Vertagt wurde die Neubesetzung der offenen Vorstandsposten Technik sowie Personal & IT, für die EWE-Netz-Chef Torsten Maus und der Vorstand der Stadtwerke Bremen, Timo Poppe, im Gespräch sind. „Wir haben ein großes Interesse daran, diese beiden Personalien möglichst kurzfristig zu klären und sind mit den Kandidaten weiter im Gespräch“, erklärte Dr. Stephan-Andreas Kaulvers, Vorsitzender des EWE-Aufsichtsrates. Man schaue jetzt nach vorne und nehme sich die erforderliche Zeit, die es brauche, um ein kompetentes und kraftvolles Vorstandsteam zusammenzustellen, das in der Lage ist, „bei Kunden und Mitarbeitern verloren gegangenes Vertrauen in das Unternehmen zurückzugewinnen.“

STICHWORT EWE

Die EWE AG mit Sitz in Oldenburg ist als Dienstleister mit regionaler Ausrichtung in den Geschäftsbereichen Energie, Telekommunikation und Informationstechnologie aktiv. Sie beliefert im Nordwesten Deutschlands, in Brandenburg und auf Rügen sowie international in Teilen Polens und der Türkei ca. 1,3 Millionen Kunden mit Strom, mehr als 1,7 Mio. Kunden mit Gas sowie über 600.000 Kunden mit Telekomunikationsdienstleistungen. Mit rund 9.000 Mitarbeitern machte das Unternehmen im Jahr 2015 einen Umsatz von ca. 7,82 Milliarden Euro.