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Präzise Arbeiten aus Holz

Baute eine Garderobe aus Kiefer: Cynthia Schimenowski

Tischler-Gesellen präsentierten ihre Gesellenstücke / Plädoyer für zusätzliche Ausbildungsplätze

os. Winsen. „Ich bin mit den Arbeiten super zufrieden. Wir hatten in diesem Jahr gerade an der Spitze hervorragende Leistungen.“
Das sagte Lehrlingswart Bernd Hintze am Sonntag bei der Gesellstück-Ausstellung der Tischler-Lehrlinge des Landkreises Harburg in den Berufsbildenden Schulen in
Winsen.
20 Gesellen hatten jeweils genau 100 Stunden Zeit, um ihre Arbeiten anzufertigen. Diese sollte nach Möglichkeit eine Fläche von zwei Quadratmetern nicht übersteigen. Eine unabhängige Jury bewertet diese nach den Kriterien Idee, Form, Funktion und Konstruktion. Cynthia Schimenowski baute als Gesellenstück eine Garderobe aus Kiefer. „Ich habe in meiner Wohnung einen relativ schmalen Flur und wollte etwas Besonderes schaffen“, erklärte die Gesellin der Firma Brehm aus Tostedt. Das gelang mit dem schmucken Einzelstück, auch wenn die Gesellin nicht 100-prozentig zufrieden war: „Ich wollte eigentlich, dass das Holz alt wirkt. Das hat aber nicht ganz funktioniert.“ In Zukunft wird Cynthia Schimenowski in der Dachdecker-Firma ihres Vaters arbeiten.
„Aus alt mach‘ neu“ lautete das Motto von Matthis Papst. Der Geselle der Firma Matthies aus Maschen baute bei einer Renovierung Fensterrahmen aus, bereitete das mehr als 50 Jahre alte Teak-Holz auf und baute in mühevoller Kleinarbeit daraus einen TV-Anrichte. „Es ist ein richtig gutes Gefühl, das fertige Möbelstück zu sehen“, sagte Papst. Er wird seinem Ausbildungsbetrieb erhalten bleiben.
Übrigens: Von Fachkräftemangel ist in der Tischler-Innung nichts zu spüren. „Wir haben immer volle Klassen und können manchmal gar nicht so viele Ausbildungsplätze anbieten, wie wir Interessenten haben“, sagte Lehrlingswart Hintze. Ein Wink an Tischlerbetriebe, über weitere Plätze für Gesellen nachzudenken.