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Sachverständiger Elmar Fuchs: "Moderne Kfz-Technik wird nicht immer genutzt"

Obermeister Joachim Czychy begrüßte die Teilnehmer der Versammlung

ah. Landkreis. Die Mitglieder der Innung des Kraftfahrzeughandwerks des Kreises Harburg trafen sich zu ihrer Herbstversammlung traditionell in Böttcher's Gastehaus in Nenndorf.

Nachdem Obermeister Joachim Czychy alle Teilnehmer begrüßt hatte, stellte er Rechtsanwalt Elmar Fuchs, den Referenten des Abends, vor. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständiger für das Kraftfahrzeugwesen e.V. sprach zum Thema "Umgang mit Versicherungen im Schadenfall".
Elmar Fuchs erläuterte, dass die Elektromobiliät weiter anwachsen werde, die Fahrzeuge immer modernere Technik erhalten und neue Materialien verwendet würden. Diese Faktoren machen sowohl die Service- als auch die Reparaturarbeiten bei Unfällen für die Kfz-Betriebe zeit- und kostenintensiver. Diese Mehrkosten möchten die Versicherungsunternehmen gerne umgehen und versuchen, die Versicherungsnehmer zu einer Werkstattbindung zu überreden. Diese Werkstätten arbeiten zu niedrigeren Verrechnungssätzen. "Der Kunde sollte aber darauf achten, dass er diese Vertragsbindung nicht eingeht", so Elmar Fuchs. Jeder Kunde habe das Recht, seine Werkstatt des Vertrauens aufzusuchen, um dort durch einen Kfz-Sachverständigen die Schadensbegutachtung durchführen zu lassen - und auch die Reparatur. Der Kunde sollte sich nicht auf Kompromisse einlassen, nach Paragraf 249 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) habe der Kunde das Anrecht auf Herstellung des Originalzustands.
"Die Schadensinstandsetzung wird aufgrund der neuen Techniken und Materialien teurer werden. Zudem werden die Totalschäden aufgrund der hochwertigen Techniken ebenfalls steigen", so Elmar Fuchs. Er verwies auch darauf, dass 18 Prozent der Mängel auf Bedienfehler - der zumeist älteren Fahrzeugführer - resultierten.
Lehrlingswart Marco Lohmann informierte, dass die Zahl der Auszubildenden zu Mechatronikern sich positiv entwickelt habe. Auch die Ergebnisse der vergangenen Gesellenprüfung zeigten ebenfalls einen positiven Trend.
Im Anschluss stellte sich Sabine Lucks, die neue Koordinatorin in den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Winsen, vor. Sie betonte, dass momentan sechs Auszubildende mit Flüchtlingshintergrund die Schule besuchen. Ihr Engagement sei sehr groß, doch ein Hindernis seien die fehlenden Sprachkenntnisse. Die Verantwortlichen in den Betrieben müssten die jungen Menschen noch mehr unterstützen, so zum Beispiel mit der Anschaffung von Sprachcomputern. Auch das Nutzen der eingerichteten Deutschförderkurse sei für diese Auszubildenden sehr hilfreich.