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Strahlkraft in ganz Niedersachsen

In der Ausschusssitzung präsentierte die WLH das Modell des Technologie- und Innovationsparks. Dieser schließt direkt an das bestehende Gewerbegebiet Vaenser Heide II an Fotos: os/Gilbert (Foto: os)
 
WLH-Geschäftsführer Wilfried Seyer (Foto: Gilbert)

Buchholzer Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt 19-Millionen-Euro-Projekt Technologie- und Innovationspark (TIP) / Kooperation mit Universitäten geplant / Wissensbasierte Arbeitsplätze

os. Buchholz. Eine Menge Vorarbeit hat die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH (WLH) um ihren Geschäftsführer Wilfried Seyer in den vergangenen Monaten bereits geleistet, jetzt kann die Hauptarbeit losgehen: Der Buchholzer Stadtentwicklungsausschuss hat mit großer Mehrheit den Bau des Technologie- und Innovationsparks (TIP) empfohlen. Der Stadtrat entscheidet am 13. März endgültig über das 19-Millionen-Euro-Projekt, mit dem der Landkreis Harburg u.a. zum Hochschulstandort werden soll. "Ich bin froh, dass die Politik uns die breite Unterstützung signalisiert hat, die wir brauchen. Solche Entwicklung kann man nicht mit einer Einstimmen-Mehrheit machen", sagte Seyer.
Auf einer 18 Hektar großen Fläche ist neben klassischem Gewerbe und hochinnovativen Unternehmen auch der "Niedersachsen Campus" vorgesehen, in dem Hochschul-Institute von Kooperationspartnern unterkommen. "Mit dem TIP gleichen wir die Schwächen bei wissensbasierten Arbeitsplätzen aus und bringen Firmen in die Region, die Forschung und Entwicklung groß schreiben", erklärt WLH-Geschäftsführer Seyer. Er habe bereits mit verschiedenen Universitäten und Hochschulen Kooperationen vereinbart bzw. befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen, so Seyer. So soll das an die Carl-von-Ossietzky-Universität angeschlossene Offis-Insititut für Informatik die digitale Entwicklung im TIP betreuen. Zudem haben die Hochschule 21 in Buxtehude im Bereich Bauwirtschaft und die Ostfalia Hochschule in Suderburg in den Bereichen Handel und Logistik ihr Interesse bekundet, im TIP tätig zu werden. Mit der Leuphana-Universität in Lüneburg sei er in "guten Gesprächen", so Seyer. Zudem gebe es Kontakte zu verschiedenen Wirtschaftsnetzwerken wie "Machining Innovations" sowie zum Verein Forschungsgemeinschaft Logistik (FGL). Schließlich seien studentische Wettbewerbe mit der Universität Osnabrück (Thema Freiraumgestaltung) sowie der Hochschule 21 (Architektur) vorbesprochen.
Der nächste Schritt sei der Abschluss eines städtebaulichen Vertrags zwischen der WLH und der Stadt Buchholz. "Damit stellen wir die Zusammenarbeit auf eine sichere rechtliche Grundlage und schaffen für beide Seiten Sicherheit", betont Seyer. Danach stehe die Entscheidung im Buchholzer Stadtrat an. Ziel sei es, in den politischen Beratungen bis Ende des Jahres den Satzungsbeschluss für das Plangebiet zu erlangen. Wenn das geschieht, könne die WLH im Jahr 2019 das Gebiet zwischen der Bundesstraße 75 neu, der Kreisstraße Dibbersen-Buchholz und dem bestehenden Gewerbegebiet Vaenser Heide II (GE II) erschließen. "2020 könnten die ersten Hochbauten entstehen und die ersten Firmen ins TIP ziehen", blickt Seyer voraus. Bis alle Unternehmen und Institute ihre Arbeit aufnehmen, dürften zwischen fünf und sieben Jahre vergehen.
Parallel stehen weitere Arbeiten an: So müssen die Grünplaner in dem Plangebiet die Fauna untersuchen, zudem will Seyer "das Land Niedersachsen mit dem Thema TIP vertraut machen" - mit dem Ziel, mögliche Fördermittel zu akqurieren.
Im Ausschuss stellte Karsten Schwormstede von "Architektur und Stadtplanung" Hamburg die Planung im Detail vor. Demnach liegen die Gebäudehöhen zwischen zehn und 16 Metern (zum Vergleich: Die Hallen im benachbarten Gewerbegebiet II sind bis zu 14,5 Meter hoch), die Haupterschließung soll über die bestehende Straße ins Gewerbegebiet erfolgen und das Wegenetz durch Straßen im TIP ergänzt werden. Der Grünanteil im TIP soll bei 30 Prozent liegen, erklärte Schwormstede. Apropos Grün: Die als Ausgleichsmaßnahme für die Erweiterung des GE II angelegte Streuobstwiese soll zu 75 Prozent wieder entfernt werden. Als Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in die Natur sind im Plangebiet u.a. zusätzliche Grünflächen mit Bäumen und Sträuchern vorgesehen, zusätzlich zur Aufwertung bestehenden Grüns.
Bernhard Schönhofen (Grüne) aus dem Ortsrat Dibbersen, der der Ausschusssitzung mit drei Mitgliedern beiwohnte, betonte, dass man den Grünanteil in den anstehenden Detailplanungen festschreiben solle. Er regte u.a. die Begrünung der Dächer an, zudem sollten Photovoltaikanlagen installiert werden, forderte Schönhofen. Zudem solle die Stadt darauf achten, dass der TIP mit dem Stadtbus bzw. dem überregionalen Bus Harburg-Buchholz erreichbar sei.