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Weniger Menschen in Niedersachsen bis 2035

Die Gesellschaft in Deutschland altert. Vor allem ländliche Regionen werden die Folgen des demographischen Wandels zu spüren bekommen (Foto: archiv / epr)

Studie zur Bevölkerungsentwicklung: Landkreis Stade und Harburg kommen gut weg

(os). Teilen von Niedersachsen droht eine starke Entvölkerung. Das geht aus einer Studie zur Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2035 hervor, die von der landeseigenen Förderbank NBank in Auftrag gegeben und von dem Forschungsinstitut CIMA durchgeführt wurde. Insgesamt sinke die Zahl der Einwohner in Niedersachsen von derzeit 7,79 auf 7,42 Millionen - ein Rückgang von rund fünf Prozent. Die Landkreise Stade und Harburg sind demnach von dem Rückgang kaum oder gar nicht betroffen: Laut Prognose sinkt die Einwohnerzahl im Landkreis Stade leicht von derzeit 196.500 auf 193.800 im Jahr 2035, im Landkreis Harburg soll sie sogar von 242.800 auf 266.940 ansteigen.
Ob eine Kommune wächst oder schrumpft, hänge in erster Linie von der Wirtschaftskraft ab, erklärt Bernd Pütz von der NBank. Die Menschen zögen dorthin, wo es Arbeit gibt, so Pütz. Nur Städte und Regionen mit günstiger wirtschaftlicher Entwicklung bleiben laut Studie aufgrund der Zuzüge stabil in ihrer Bevölkerungsstruktur. Kommunen in der ländlichen Peripherie mit ungünstiger wirtschaftlicher Entwicklung altern demnach extrem und bekommen die Auswirkungen des demographischen Wandels voll zu spüren. Schlusslicht im Ranking ist der Landkreis Osterode am Harz, der von derzeit 74.300 auf nur noch 51.100 Einwohner schrumpfen könnte.
Die Macher der Studie gehen davon aus, dass es noch bis 2018 durch starke Zuzüge von Flüchtlingen zu einem leichten Bevölkerungswachstum in Niedersachsen kommen wird. Danach steige die Zahl der Sterbefälle bis 2035 so stark an, dass die Zuwanderung ab 2019 nicht mehr für eine positive Bevölkerungsentwicklung ausreiche.
Wirtschaftsvertreter sehen die Bevölkerungsentwicklung mit Sorge. Sie sei eine ernsthafte Bedrohung für den Mittelstand, erklärte Volker Schmidt, Vorsitzender der industriellen Arbeitgeberverbände, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Schmidt: „In den nächsten zehn Jahren werden wir erleben, dass die ersten Unternehmen aufgrund des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels ihre Pforten schließen müssen.“